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Panorama Helfer retten verschüttete Kinder
Nachrichten Panorama Helfer retten verschüttete Kinder
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13:35 22.08.2017
Das Beben hatte in der Nach große Schäden angerichtet. Quelle: dpa
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Rom

Retter haben nach einem Erdbeben mit mindestens zwei Toten auf der italienischen Ferieninsel Ischia mehrere verschüttete Kinder aus den Trümmern geborgen. Ein sieben Monate altes Baby bargen Feuerwehrleute in der Nacht zu Dienstag, seine beiden Brüder erreichten sie Stunden später. Der älteste Junge wurde nach rund 14 Stunden aus dem Haus gerettet. Ein drittes Kind hätten die Helfer auch erreicht, so die Feuerwehr.

Auch das sieben Monate alte Baby der Familie konnte gerettet werden. Quelle: imago

Die Kinder wurden bei dem Beben der Stärke 4,0 am Montagabend gegen 21.00 Uhr unter ihrem Haus mit anderen Familienmitgliedern von Trümmern verschüttet. Zwei Frauen starben bei dem Erdstoß, 39 Menschen wurden verletzt. Mitten in der Hochsaison verließen viele Touristen die seit jeher erdbebengefährdete Insel im Golf von Neapel.

Schwaches Beben richtete große Schäden an

„Es war eine schreckliche Nacht, man kann das mit Worten nicht beschreiben“, sagte der Vater der verschütteten Kinder laut Nachrichtenagentur Ansa. Die Familie wurde in der besonders betroffenen Gemeinde Casamicciola verschüttet. Offenbar hatten die Kinder Schutz unter einem Bett gefunden. Die Mutter, wieder schwanger, schrie laut Ansa vor Glück, als das Baby gerettet wurde.

Der kleine Mattias hatte unter seinem Bett Schutz gefunden und so den Hauseinsturz überlebt. Quelle: ANSA/AP

Das Beben richtete in manchen Orten schwere Schäden an, besonders in Casamicciola und Lacco Ameno. Häuser stürzten ein, Putz fiel von den Wänden. Ein Krankenhaus wurde evakuiert. „Es hat alles angefangen zu wackeln, alles ist heruntergefallen. Häuser sind eingestürzt. Es gibt Vermisste, ein Chaos“, erzählte eine Augenzeugin laut Ansa. „Es ist das Schlimmste, was mir je passiert ist.“

Panik bei Touristen und Bewohnern

Touristen und Bewohner seien in Panik nach draußen gelaufen, berichteten italienische Medien. Auch sollen mancherorts der Strom ausgefallen und Hotels geräumt worden sein. Bewohner erzählten, sie würden die Nacht im Freien verbringen. Für sie wurde auf der Insel ein Fußballstadion geöffnet. Andere Teile der Insel waren von dem Beben wenig betroffen.

Die Behörden stellten Fähren bereit, um verschreckte Urlauber von der Insel zu bringen. Mehr als 1000 Menschen kamen laut Zivilschutz am Morgen in Pozzuoli an der Küste an.

Geologen kritisieren Bauweise der Häuser

Die Insel vulkanischen Ursprungs hat rund 62 000 Einwohner und ist vor allem im Sommer sehr beliebt bei Urlaubern. Bundeskanzlerin Angela Merkel macht dort regelmäßig Osterurlaub.

„Es ist nicht normal, dass ein Erdbeben der Stärke 4 Häuser einstürzen lässt und zu Evakuierungen von Krankenhäuser führt“, sagte Egidio Grasso, Chef der regionalen Vereinigung von Geologen. Andere kritisierten die schlechte Bauweise der Häuser. Die Insel liegt in der Nähe der Phlegräischen Felder, die zu den weltweit wenigen Dutzend sogenannten Supervulkanen zählen. Im Jahr 1883 kamen bei einem Beben auf Ischia rund 2300 Menschen ums Leben.

Italien wird immer wieder von teils verheerenden Erdbeben heimgesucht. Vor fast genau einem Jahr, am 24. August, erschütterte ein schweres Beben die mittelitalienische Region um die Stadt Amatrice. 299 Menschen starben.

Von RND/dpa

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