Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Panorama Beklaut: Alleinerziehende berührt mit Wutschrift
Nachrichten Panorama Beklaut: Alleinerziehende berührt mit Wutschrift
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:51 08.12.2016
Sabines Brief an den Dieb hing in mehrfacher Ausführung in Berlins U-Bahn-Stationen.  Quelle: notes of berlin
Anzeige
Berlin

 Da ist einer alleinerziehenden Mutter aus Berlin mal richtig der Kragen geplatzt. Offenbar war sie mit ihren Kindern in der U-Bahn unterwegs, als ein bislang Unbekannter ihr das Portemonnaie klaute. Darin: Ihre 140 Euro teure Fahrkarte, mit der sie regelmäßig nach Frankfurt/Oder pendelt, und Bargeld, das sie und ihre Kinder über die Woche bringen sollte.

Mit einer Wutschrift hat sie sich nun an den Dieb gewendet: „Du elendes Stück Scheiße, dass mich heute Morgen in der U-Bahn Richtung Alexanderplatz beklaut hat“, so die Anrede des Schreibens, das in mehrfacher Ausführung in Berlins U-Bahn-Stationen aushängt.

Danach legt sie noch eine Schippe drauf: „Ich bin alleinerziehend mit zwei Kindern. Es ist Nikolaus und du beklopptes Arschloch meinst meine Weihnachten extra teuer machen zu müssen, indem du mir meine Ausweise und die Fahrkarte für den Dezember klaust“, spricht sie den Dieb direkt an und klärt im Anschluss auf: „Behalte die 30 Euro in Geld, die meine Kinder und mich über die Woche bringen sollten, aber gib mir meine Papiere zurück.“

Hunderte Euro an Spenden aus ganz Deutschland

Etliche Berliner fühlten sich offenbar von dem Schreiben, das auch auf dem Blog notesofberlin.com veröffentlicht wurde, berührt und versuchten via Internet Kontakt mit der bestohlenen Mutter aufzunehmen. So ging bei der Redaktion des Berliner Blogs eine Anfrage ein: „Ich bin zwar weder der Dieb noch habe ich Hinweise, aber ich finde zu Nikolaus /Vorweihnachtszeit sollte man sich nicht so ärgern müssen. Daher würde ich Sabine gerne 200€ zum (verspäteten) Nikolaus schenken“, schreibt ein Nutzer. Und das war erst der Auftakt. Bundesweit meldeten sich Menschen, die der verzweifelten Mutter Geld spenden wollen.

Binnen weniger Stunden kamen auf diesem Weg mehr als 750 Euro zusammen. Da ihr 300 Euro für die Wiederbeschaffung ihrer Papiere reichten, wolle sie den Rest des Geldes an eine gemeinnützige Organisation spenden, die Alleinerziehende wie sie unterstützt, ließ die Mutter über notesofberlin.com mitteilen. Vor die Kamera treten wolle sie trotz mehrfacher Anfragen aber nicht.

Eine Frage blieb offen: Mangels der Daten des mutmaßlichen Opfers sei nicht zu prüfen, ob es den Diebstahl wirklich gegeben hat, hieß es bei der Polizei.

Von RND/caro

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige