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Hunderte Trauergäste gedenken der Opfer von Bad Aibling

Unfälle Hunderte Trauergäste gedenken der Opfer von Bad Aibling

Ein Waggon der Unglückszüge von Bad Aibling steht noch an der Unglücksstelle. Ansonsten sind die Aufräumarbeiten weitgehend abgeschlossen. Doch bis Bahnen auf der Strecke fahren, werden noch Tage vergehen. Am Valentinstag gedenken Hunderte der Opfer.

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Hunderte Trauergäste haben in einem Gottesdienst der Opfer des Zugunglücks von Bad Aibling gedacht.

Quelle: Uwe Lein

Bad Aibling. Etwa 800 Trauergäste haben der Opfer des Zugunglücks von Bad Aibling gedacht. In einem ökumenischen Gottesdienst erinnerten sie an die elf Toten und dankten dafür, dass rund 80 Menschen mit Verletzungen davon gekommen sind.

Die Unfallstrecke wird nach Einschätzung der Deutschen Bahn noch mindestens bis Ende der neuen Woche gesperrt bleiben. Nachdem die Einsatzkräfte die Aufräumarbeiten am Wochenende weitgehend abgeschlossen haben, stehen nun Reparaturen am schwer beschädigten Gleis an. Die Ursache für die Katastrophe ist weiter unklar.

In dem Gedenkgottesdienst sagte die Regionalbischöfin für München und Oberbayern, Susanne Breit-Keßler, an die Angehörigen der Toten gewandt: "Wir wollen miteinander tragen, was unerträglich ist." Kardinal Reinhard Marx rief dazu auf, an die Toten zu erinnern, "dass sie nicht vergessen sind, dass sie nicht weg sind". Bayerns Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) sagte mit Blick auf die Familien: "Es ist etwas zerstört worden, das in dieser Welt keinen Ersatz mehr findet." Der Gedenkgottesdienst konnte nicht nur in der Kirche, sondern auch im Pfarrsaal und einer nahegelegenen Sporthalle verfolgt werden. Außerdem wurde er live im Fernsehen übertragen.

Am Montagmorgen soll die Instandsetzung an der Strecke beginnen, wie die Bahn mitteilte. 120 Meter Gleisanlagen müssen repariert, 180 Meter Schwellen ausgetauscht und einige Tonnen Schotter verbaut werden. Dafür setzten die Fachleute unter anderem eine sogenannte Gleisstopfmaschine mit Schotterpflug sowie Zweiwegebagger ein.

Die Reparaturen sind auch nötig, um einen Waggon der Unglückszüge abzutransportieren. Den hatten die Arbeiter neben das Gleis gestellt. Weil dieses so stark demoliert ist, kann ein 160 Tonnen schwerer Bergungskran bisher nicht direkt an den Zugteil heranfahren.

Nach Abschluss der Reparaturen müssen die Oberleitungen wieder installiert werden. Dann stehen Testfahrten an. Die Ermittler wollen nach Angaben der Polizei versuchen, den Unfallhergang zu klären: Einem Sprecher zufolge sollen zwei Züge ähnlich wie bei dem Crash - aber mit deutlich geringerer Geschwindigkeit - aufeinander zufahren. Damit werde kontrolliert, ob die automatischen Bremssysteme funktionieren. Auch die Bahn muss testen, ob die Strecke wieder fahrtüchtig ist.

Nach einer Woche Faschingsferien in Bayern beginnt am Montag wieder die Schule. Ein Ersatzverkehr per Bus ist eingerichtet. Die Bayerische Oberlandbahn, die die Strecke betreibt, kündigte an, für die Schüler am Morgen und Nachmittag zusätzliche Busse einzusetzen.

Die beiden Regionalzüge waren am Dienstag auf der eingleisigen Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim mit etwa Tempo 100 ungebremst ineinander gerast. Nach wie vor seien einige der Überlebenden im kritischen Zustand, sagte der Sprecher der Polizei. Mit Rücksicht auf das Befinden der Überlebenden hätten die Beamten viele Zeugen noch nicht vernommen. "Es geht ja nicht nur um die körperliche, sondern auch um die psychische Belastung."

Die Ursache des Unglücks steht den Angaben zufolge immer noch nicht fest. Zwei Fahrtenschreiber aus den Unglückszügen sind ausgewertet. Dabei fanden Experten keine Hinweise darauf, dass Signale missachtet wurden. Die dritte Blackbox war erst am Freitag beim Aufräumen aufgetaucht. Weil sie beschädigt ist, gilt die Auswertung als schwierig. Wann die Fachleute Ergebnisse präsentieren können, konnte der Polizeisprecher am Wochenende noch nicht sagen. "Bei den ersten beiden hat es von Dienstag bis Freitag gedauert", gab er zu bedenken.

Die Unfallstrecke war schon einmal Ort einer Zugkatastrophe. Wie das "Oberbayerische Volksblatt" berichtete, waren vor knapp 71 Jahren nur 800 Meter von der aktuellen Unglücksstelle entfernt zwei Züge zusammengestoßen. Damals, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, seien 5 Wehrmachtsangehörige gestorben und 21 verletzt worden. Ursache sei gewesen, dass die Fernsprech- und Fernmeldeleitungen zwischen Bad Aibling und Kolbermoor seit Tagen unterbrochen waren. Die Lokführer seien deswegen auf Sicht gefahren.

dpa

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