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Panorama „Ich liebe es, Fremde zu studieren“
Nachrichten Panorama „Ich liebe es, Fremde zu studieren“
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15:51 11.11.2016
Schauspielerin Kristen Stewart (26) über Liebeskummer: „Mein Herz wurde total zerstört.“ Quelle: EPA
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Los Angeles

Im Interview spricht Stewart über ihre Kämpfernatur, ihr gebrochenes Herz und ihre Heimat Los Angeles, in der sie fast so lebt wie im New Yorker Stadtteil Brooklyn.

Sie sind sehr jung in Hollywood berühmt geworden. Wie sehr wird man durch seine Umgebung beeinflusst, durch die Leute im Metier?

Ich denke, man kann das Private nie ganz aus seiner Arbeit heraushalten. Besonders nicht, wenn man in meiner Branche arbeitet. Man lebt wie in einer Seifenblase mit anderen, die im selben Boot sind. Das schweißt zusammen. Wobei ich nicht sage, dass ich mich von meinen Kollegen beeinflussen lasse. Eher stimulieren.

Gibt es Momente, in denen Sie denken, dass Ihr Leben anders verlaufen wäre, wenn Sie zum Beispiel einen anderen Partner gehabt hätten?

Ja. Ich denke über solche Dinge ständig nach. Ich glaube, das tut doch jeder. Es ist natürlich, wenn man sich fragt “Was wäre wenn…” Aber ich bin sehr glücklich wie mein Leben gerade ist.

Einen Menschen kann man auf verschiedene Arten lieben – eine sexuelle, eine partnerschaftliche, eine intellektuelle. Welche davon ist für Sie am wichtigsten?

Das haben Sie total gut zusammengefasst! Ich mag alle drei Versionen und könnte mich nicht auf einen Favoriten festlegen. Irgendwie hat man verschiedene Erlebnisse mit verschiedenen Menschen, die man liebt. Warum sich einschränken, warum das eine über das andere stellen.

In ihrem aktuellen Film „Café Society“, den sie mit Star-Regisseur Woody Allen gemacht haben, entscheiden Sie sich für einen älteren, erfolgreichen Mann als Partner, jemand der Ihnen Sicherheit gibt. Können Sie das persönlich nachvollziehen?

Ich weiss nicht, was ich dazu sagen soll. Irgendwie muss ich immer für die Entscheidungen meiner Filmfiguren geradestehen (lacht nervös). Persönlich könnte ich nicht sagen, was ich machen würde.

Romantisch: Kristen Stewart mit ihrem Filmkollegen Jesse Eisenberg in „Café Society“. Quelle: Warner Bros./dpa

Wie lief das mit Woody?

Er ist einer meiner Lieblingsregisseure und einzigartig. Das muss man ja eigentlich nicht betonen. Ich war allerdings überrascht, wie sehr er einen an der langen Leine gehen lässt.

Wie meinen Sie das?

Ich hätte mir etwas mehr Regieanweisungen gewünscht. Selbst bei der Probe hat er nicht wirklich gesagt, wie man Sachen rüberbringen soll. Ich weiss, es ist sein Stil, aber trotzdem. Ehrlicherweise hätte ich erwartet, dass er einem etwas beibringt.

Sie kommen als ziemlich introvertierter Mensch rüber. Gibt es Situationen, wo Sie aus sich herauskommen?

Ja, ich bin ein Wettbewerbsmensch. Das kommt wohl davon, dass ich die jüngere Schwester war. Ich habe mir immer gesagt “Das kann ich auch” und es dann mit allen Mitteln probiert. Es ist nicht so, dass ich auf Teufel komm raus gewinnen muss. Aber ich liebe Spiele und wenn ich total drin bin, dann kochen meine Emotionen hoch. Dann schrei ich auch mal laut. Aber nur, wenn ich verliere. Wenn ich gewinne, dann entschuldige ich mich. Sonst mag dich niemand mehr.

Welches Spiel spielen Sie am liebsten?

Pool-Billard. Ich bin davon wie besessen.

Seit “Twilight” werden Sie fast überall auf der Welt erkannt. Wenn Sie einen Tag total anonym sein könnten, was würden Sie machen?

Wahrscheinlich nur durch die Gegend laufen. Es ist gar nicht so schlecht, dass ich nicht mehr in Einkaufszentren gehen kann. Weil das echt schlecht für mich ist (grinst). Ansonsten würde ich mich irgendwo hinsetzen und Leute beobachten. Und es genießen, dass sie nicht zurückstarren. Ich liebe es, Fremde zu studieren. Deshalb bin ich auch Schauspielerin geworden.

Sie sind schon mit 9 Jahren zur Schauspielerei gekommen. Wollten Sie schon immer vor der Kamera stehen?

Mein Vater war Bühnenbauer, deshalb wollte ich als Kind einfach nur zur Crew gehören. Erst später habe ich dann bemerkt, wie sehr mich die Schauspielerei fasziniert. Plötzlich wollte ich nichts anderes im Leben mehr machen.

Sie haben schon oft durchblicken lassen, wie sehr Sie der Hollywood-Lebensstil nervt.

Das ist jetzt zu allgemein gefasst. Ich habe lediglich gesagt, dass man für sich selbst entscheiden muss, was man als Promi will. Wie man sich selbst definiert. Viele Leute kümmern sich mehr darum, wie sie aussehen und wie viel Geld sie verdienen. Für sie ist das Ganze ein Popularitätswettbewerb. Ich verurteile die Leute nicht, ich sehe die Dinge aber etwas anders.

Dennoch leben Sie in Los Angeles

Ja. Warum sollte ich wegziehen? Ich bin in Los Angeles geboren und aufgewachsen. Ich habe eine süße kleine Nachbarschaft an der Ostseite gefunden, die mich fast ein wenig an Brooklyn erinnert. Viele Hippies, kaum Geschäfte. Ich liebe es da und kann auch mal ungestört in eine Bar gehen.

Sie sind von ihrem Stil nicht als Modepüppchen bekannt. Wie ist ihre Einstellung zu Fashion?

Es ist eine Hassliebe. Wenn ich ein Outfit mag, dann bin ich ganz besessen davon. Weil es mir ein gutes Gefühl gibt. Ich mag, wenn etwas schön und ästhetisch aussieht und schäme mich nicht dafür. Doch Mode ist grundsätzlich etwas oberflächliches, weil es nur ums Aussehen geht. Und es gibt Moment, wo ich denke “Das ist doch alles nur totale Scheiße.”

Sie hat Stil, will aber keine Stilikone sein. Fashion und Stewart? „Es ist eine Hassliebe.“ Quelle: AFP

Was hängt denn Zuhause in Ihrem Kleiderschrank?

Ein paar Ballkleider von besonderen Events, die ich mir aufgehoben habe. Ansonsten habe ich eine ganze Wand voller Turnschuhe, dann ein Regal voller T-Shirts in allen erdenklichen Farben und Jeans aller Ausführungen. Ich habe auch eine Chanel-Sektion in meinem Schrank, die aber sehr klein ist.

Im Film wird Ihnen das Herz gebrochen. Kennen Sie das Gefühl?

Und wie. Mein Herz wurde total zerstört.

Wie haben Sie sich wieder aufgerappelt?

Ich habe mich einfach gezwungen, weiterzumachen. Und ehrlich, es gab Tage an denen ich dachte, ich sterbe. Doch das hat mein Leben bereichert. Das Schlimmste ist, wenn man sich zurückzieht und Leute nicht mehr in sein Leben lässt. Wichtig ist, dass man nichts bereut und sich selbst keine Vorwürfe macht. Man ist für sein eigenes Glück verantwortlich. Klingt logisch, was? Ich sollte ein fucking Selbsthilfebuch schreiben.

Von Dirk Sinderman/RND

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