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Panorama Kurioses Angebot: Supermarkt öffnet Kühlhaus für schwitzende Kunden
Nachrichten Panorama Kurioses Angebot: Supermarkt öffnet Kühlhaus für schwitzende Kunden
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19:04 01.08.2018
Mal so richtig abkühlen: Inhaber Lars Koch vor seinem Kühlhaus. Quelle: Carolin Eckenfels/dpa
Friedberg

Angesichts von Temperaturen von mehr als 35 Grad ist es ein Wunschtraum vieler Menschen: Wie schön wäre es, einfach mal kurz in den Kühlschrank verschwinden und sich abkühlen zu können. Ein Supermarkt im hessischen Friedberg hat sich diesem Vorschlag angenommen – und neuerdings gegen die Hitze ein paar Minuten Erfrischung im Angebot. Wer mag, kann einige Euro zahlen und sich bei fünf bis acht Grad ins Kühlhaus setzen. „Es ist als Gag gedacht, aber wenn jemand wirklich will, kann er kommen“, sagt Lars Koch, Inhaber des Edeka-Marktes in einem Gewerbegebiet der Wetterau-Stadt, am Mittwoch dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Bislang hätten sich etwa 20 Kunden die Erfrischung gegönnt.

Auf die Idee zu der lustigen Aktion, die eigentlich mehr ein Spaß sein sollte, haben ihn Kunden gebracht. Immer mal wieder hätten diese im Scherz darum gebeten, sich während der Sommerhitze mal kurz im Kühlhaus abkühlen zu dürfen. „Und dann haben wir gedacht, wir hängen einfach mal das Schild auf“, sagt der Inhaber.

Abkühlung im Rekordsommer: Bei 5 bis 8 Grad Celsius

Beworben wird das „halbernst“ gemeinte Sommersonderangebot mit einem Plakat am Eingang des Marktes: Zwei Minuten Kühlhaus-Kur kosten drei Euro, fünf Minuten fünf Euro. Der Tiefkühlraum ist auch zu haben – noch habe sich aber keiner hinein getraut. Und klar: Es geht um ein „begrenztes Angebot nach Verfügbarkeit“.

Die Kunden haben aus hygienischen Gründen nur Zutritt zu einem Raum, in dem verpackte Ware lagert. Bequem machen können sie es sich unter einem Sonnenschirm und auf Gartenstühlen. Das Friedberger Gesundheitsamt bleibt angesichts des ungewöhnlichen Geschäftsfeldes gelassen. „Das ist mehr ein Gag. Solange sich die Betreiber an die Vorschriften halten, haben wir nichts daran auszusetzen“, sagt Michael Elsaß, Sprecher der zuständigen Kreisverwaltung Wetterau am Mittwoch. Diese sehen vor, dass sich alle Besucher auf einer Gästeliste anmelden und mit Namen eintragen. Einmal am Tag dürfen Kunden dann zur Abkühlung vorbei kommen. „Danach muss der Raum gereinigt und desinfiziert werden“, sagt Elsaß. Außerdem müssten die Waren zuvor aus dem Raum entfernt werden. „Dann ist alles in Ordnung.“

Zwei Minuten Kühlhaus-Kur für drei Euro

Eine Kundin aus Frankfurt findet die Aktion „cool“. Sie habe davon im Radio gehört und sei mit ihren beiden Kindern gekommen, um einmal die Nase ins Kühlhaus zu halten. Lars Koch ist über den Effekt selbst überrascht: Bei Temperaturen von 5 bis 8 Grad Celsius kühle der Körper innerhalb von wenigen Minuten herunter, sagt der Inhaber. „Auch der Kreislauf kommt wieder in Schwung.“ Die Einnahmen will Koch nach eigenen Angaben für die erhöhten Reinigungskosten verwenden. „Sollte etwas übrig bleiben, werden wir den Betrag hier im Ort spenden.“

Bisher blieb der große Ansturm an abkühlwilligen Kunden aus. Koch aber will sein Kühlhaus trotzdem weiter öffnen: „Solange es heiß ist, machen wir weiter“, sagt er.

Von Carolin Eckenfels und Dany Schrader/dpa/RND