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Panorama Island streitet über das „Húh“
Nachrichten Panorama Island streitet über das „Húh“
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16:37 04.04.2018
Die isländischen Fans beim „Viking Clap“ während der Frauen-Fußball-EM 2017. Quelle: imago/PA Images
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Reykjavik

Mit ihrem überraschenden Erfolg bei der Fußball-Europameisterschaft 2016 hätten die Isländer selbst wohl am wenigsten gerechnet. Nicht nur auf dem Rasen überzeugten die Isländer, die es bis ins Viertelfinale geschafft hatten. Auch die mitgereisten und zu Hause gebliebenen Fans begeisterten mit ihren unverwechselbaren Jubelgesängen. Begleitet von dem Ausruf „Húh“ klatschten sich die Isländer die Finger wund. Seither rollt der sogenannte „Viking Clap“ weltweit durch die Stadien.

Zwei Jahre nach dem Fußball-Wunder ist auf der Insel jetzt ein Streit über den unverkennbaren Ruf entbrannt. Auslöser war ein Facebook-Post des Künstlers Hugleikur Dagsson, wie die „Iceland Review“ berichtet.

Über das Soziale Netzwerk machte Dagsson seinem Ärger freien Lauf. Der gilt seinem Landsmann, dem Grundschullehrer Gunnar Thor Andrésson. Denn dieser sicherte sich nach der Europameisterschaft erfolgreich die Markenrechte für das „Húh“ (mit h). Wie das isländische Patentamt bestätigte, darf Andrésson seither exklusiv Kleidung, Schuhe, Getränke und viele weitere Produkte mit den berühmten drei Buchstaben versehen.

Nicht drei, sondern zwei Buchstaben hat wiederum der Künstler Dagsson auf seine T-Shirts drucken lassen. Sie zeigen Strichfiguren im Island-Trikot, die jubelnd das „Hú“-Wort (ohne h) ausrufen.

Die kleine „Hú“-Figur sorgt in Island für Ärger Quelle: Screenshot / Dagsson.com

Trotz des fehlenden Buchstabens sah Andrésson darin die Rechte seiner geschützten Marke verletzt und forderte eine Gewinn-Beteiligung an dem Shirt-Verkauf. Seither hat der Streit um das kleine Wort große Reaktionen hervorgerufen. „Mein ‚Hú‘ sollte ihn nicht stören“, schrieb Dagsson in seinem Post. „Wir sollten alle gemeinsam das ‚Hú‘ benutzen dürfen.“ Zahlreiche Isländer stimmten ihm zu. „Gebt das ‚Hú‘ zurück“, forderten Nutzer.

Der Künstler zieht aus dem Streit, der von mehreren isländischen Medien aufgegriffen wurde, allerdings auch Positives. Durch die Aufmerksamkeit schnellte der Verkauf seiner T-Shirts in die Höhe. Dagsson will nun die Hälfte der Einnahmen statt an den Besitzer des „Hú“ an die Isländische Krebsgesellschaft spenden. Andrésson hat derweil von einer Klage gegen den Künstler abgesehen.

Von RND/mkr

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