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Jeder Dritte nennt einen seiner Nachbarn "guten Freund"

Gesellschaft Jeder Dritte nennt einen seiner Nachbarn "guten Freund"

Dieser Schiller-Vers wurde zum geflügelten Wort: "Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt". Doch die Mehrheit hat zurzeit keinen Streit mit Nachbarn.

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Ein Späßchen unter Nachbarn: Der eine droht mit der Heckenschere, der andere mit der Faust. Foto: Kai Remmers

Berlin. Einander helfen oder gemeinsam grillen: Mehr als jeder dritte Bundesbürger nennt einen seiner direkten Nachbarn einen "guten Freund" (34 Prozent). 40 Prozent können sich sogar vorstellen, ein Kind einem Nachbarn anzuvertrauen, wie das Meinungsforschungsinstitut YouGov ermittelt hat.

56 Prozent würden einem Nachbarn ein Haustier überlassen. Allerdings sagt auch mehr als jeder Dritte von sich, dass er nicht einmal Ersatzschlüssel bei einem Nachbarn deponieren würde (38 Prozent). Jeder Zweite hat keine Bedenken, einen Nachbarn während des Urlaubs in die eigene Wohnung zu lassen, etwa zum Blumengießen (51 Prozent).

Dass sie noch nie Streit mit einem Nachbarn hatten, sagen zwei Drittel der Befragten (68 Prozent). 6 Prozent liegen momentan im Streit. Genau ein Viertel hatte in der Vergangenheit Stress mit Nachbarn.

Allerdings: Viele Menschen kennen ihre nächsten Nachbarn kaum. Auf die Frage: "In wie vielen der fünf nächstgelegenen Häuser oder Wohnungen kennen Sie mindestens einen Bewohner?" antworteten 7 Prozent der Befragten mit "in keiner" und weitere 8 Prozent mit "in einer". Jeder Zweite kennt nach eigenen Angaben Nachbarn in allen fünf nächstgelegenen Wohnungen (48 Prozent).

Lärm ist laut einer GfK-Befragung von 2011 die häufigste Ursache für Nachbarschaftsstreit. Demnach geht es bei jedem siebten Streit (14 Prozent) um Krach etwa wegen einer laut aufgedrehten Stereoanlage oder eines dröhnenden Fernsehers.

Zweitgrößtes Ärgernis sind unerledigte Gemeinschaftsaufgaben wie das Reinigen des Treppenhauses (9 Prozent). Ein weiterer häufiger Streitpunkt: Ruhestörungen durch Hämmern, Bohren und Sägen.

dpa

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