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Panorama Jetzt spricht ein Vater von Hussein K.s Opfer
Nachrichten Panorama Jetzt spricht ein Vater von Hussein K.s Opfer
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11:45 18.12.2016
So posiert der mutmaßliche Mörder im Internet: Hussein K. sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Quelle: Facebook
Athen

Fassungslos hat sich der Vater der heute 23-jährigen Griechin geäußert, die 2013 auf der Insel Korfu Opfer des mutmaßlichen Sexualstraftäters von Freiburg geworden war. Der Afghane Hussein K. hatte damals versucht, der Studentin die Tasche zu entreißen, und sie dann eine Steilküste hinuntergeworfen. Sie überlebte schwer verletzt. „Meine Tochter leidet heute noch unter Schmerzen und Alpträumen“, sagte Pantelis Chaidos. „Ich kann nicht glauben, dass sie ihn freigelassen haben, damit er tötet. In was für einem Staat leben wir?“

Der 17-Jährige sitzt wegen des Gewalt- und Sexualverbrechens an einer 19 Jahre alten Studentin Maria L. in Freiburg in Untersuchungshaft. Der Afghane war nach der Tat damals in Griechenland wegen versuchten Mordes verurteilt, aber im Oktober 2015 unter Auflagen freigelassen worden. Berichten zufolge meldete er sich noch einmal bei der griechischen Polizei, dann tauchte er unter. Im November desselben Jahres gelangte er nach Deutschland und stellte einen Antrag auf Asyl.

Polizei durfte auf Eurodac-Daten nicht zugreifen

Das Schlimme: In der europäischen Datenbank Eurodac standen die Details zu Hussein K.s Verbrechen. Aber: die Behörden bekamen dennoch keinen Zugriff. Wegen des Schutzes der Privatsphäre erlaube eine EU-Verordnung den Zugriff auf EU-Daten nur bei Terrorverdacht oder besonders schweren Straftaten.

Die Studentin Maria L. wurde in Freiburg ermordet. Quelle: Facebook

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) beklagt diesen für sie unzureichenden Zugriff auf die Flüchtlingsdatenbanken. Die Freiburger Bundespolizei habe keine Chance gehabt, aus den europäischen Datenbanken Informationen zu dem Asylbewerber Hussein K. zu erhalten, sagte der GdP-Vorsitzende in der Bundespolizei, Jörg Radek. So hätte der Mord an Maria L. wohl verhindert werden können.

Griechisches Opfer leidet unter den Folgen

Die Familie des Opfers in Griechenland wusste nicht einmal, dass Hussein K. wieder auf freiem Fuß ist. „Wir haben angenommen, der Täter befindet sich weiterhin in Haft“, sagte der Vater. „Zehn Jahre hatte er bekommen und das war noch wenig für das, was er uns angetan hat.“ Seine Tochter müsse nach dem Sturz immer noch Operationen über sich ergehen lassen, die nächste in den kommenden Tagen. Wenn er an die trauernden Eltern des deutschen Mordopfers denke, werde er verrückt.

Von RND/dpa/cab

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