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Panorama Kinder finden 30.000 Euro und bekommen kargen Finderlohn
Nachrichten Panorama Kinder finden 30.000 Euro und bekommen kargen Finderlohn
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16:26 09.12.2016
Sechs Schüler hatten 30.000 Euro gefunden – und sie ehrlich abgegeben. Der Eigentümer gab ihnen dafür einen kargen Finderlohn. Quelle: Jens Wolf
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Gundelfingen

Die Kinder hatten das Geld auf dem Weg zur Schule in Gundelfingen bei Freiburg gefunden. Die 30.000 Euro hatten zwischen einer Gärtnerei und dem Ortseingang gelegen. Die Jungen und Mädchen brachten das Geld daraufhin zur Polizei.

Eine Woche später meldete sich ein 47-Jähriger, berichtete die Polizei. Der Mann habe die Verpackung des Geldes korrekt beschreiben und dessen Herkunft belegen können. Deswegen hatte die Polizei keinen Zweifel, dass es sich tatsächlich um den Eigentümer handelt. Es hatten sich auch andere Menschen gemeldet und behauptet, dass das Geld ihnen gehöre.

910 Euro plus Schokolade

Einer weitere Woche später haben die Schüler einen Finderlohn bekommen: jeweils 182 Euro, insgesamt 910 Euro, wie die „Badische Zeitung“ berichtet. Es handle sich um den gesetzlichen Finderlohn, den der Besitzer zahlen müsse. Von sich aus habe er den Kinder dagegen einen Dankesbrief geschrieben und ihnen eine Tafel „Merci“-Schokolade geschickt.

Die Kinder hatten sich offenbar auf etwas mehr Finderlohn erhofft. Wie die „Badische Zeitung“ schreibt, hätten sie sich schon ausgemalt, was sie sich kaufen können. Es seien dann kleinere Wünsche gewesen, die sich erfüllt hätten, berichtet die Zeitung.

Hintergrund: Finderlohn

Laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) ist ein Finder grundsätzlich verpflichtet, jeden Fund unverzüglich der zuständigen Behörde anzuzeigen. Nicht nötig ist das demnach aber, wenn die Sache nicht mehr als 10 Euro wert ist. Der Finder eines Gegenstands kann vom Besitzer einen Finderlohn verlangen.

In der Regel beträgt dieser laut BGB bei einem Wert der gefundenen Sache bis 500 Euro fünf Prozent vom Wert. Ist der Gegenstand mehr als 500 Euro wert, legt das Fundrecht einen Finderlohn von 25 Euro (also fünf Prozent von 500) fest, plus drei Prozent vom über 500 Euro hinausgehenden Betrag (§ 971 BGB).

Fundstücke werden sechs Monate lang aufgehoben, das ist die gesetzliche Frist. Danach stehen sie dem Finder zu, es sei denn, vorher meldet der eigentliche Eigentümer Ansprüche an. Allerdings kann der ursprüngliche Eigentümer unter bestimmten Voraussetzungen auch noch drei Jahre lang die Herausgabe des Stücks fordern.

Von dpa/RND/wer

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