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Panorama Kinderschänder verabreden sich im Internet
Nachrichten Panorama Kinderschänder verabreden sich im Internet
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13:57 22.11.2016
Die norwegische Polizei hat einen Pädophilenring gesprengt. Quelle: dpa
Bergen

„Die Sache ist erschreckend groß“, sagt die Leiterin der Ermittlungen Hilde Reikrås. Worte, die angesichts dieser grausamen Bilder untertrieben wirken. Eine zentrale Rolle soll in dem Pädophilenring ein 23-Jähriger gespielt haben. Er sitzt in Haft. Besonders pikant: Sein Vater ist Polizist und nach Bekanntwerden des Skandals suspendiert worden. Derzeit sitzen 20 Männer in Haft, gegen 31 weitere wird ermittelt.

Die Polizei berichtet von bestialischen Einblicken in die kranke Welt der Kinderschänder. Auf dem Bildmaterial, das die Sonderkommission sicherstellte, tun sich ungeheuerliche Abgründe auf. Kinder sollen vor laufender Kamera geschlagen, gefesselt und missbraucht worden sein. Zudem seien sie von ihren Peinigern zum Sex untereinander und sogar auch mit Tieren gezwungen worden. 150 Terabyte Beweismaterial müssen die Ermittler sichten.

Kinderschänder verabreden sich im Darknet

Die Masche der Pädophilen war stets gleich: Im Darknet verabredeten sie sich zum Austausch von Dateien. Lange Zeit konnten sie ihre Spuren verwischen. Nun entschlüsselte die Polizei die Dateien. In Chats fantasierten die Kinderschänder über ihre Vorlieben – und setzten sie zum Teil live vor den Augen anderer im Internet in grausame Tat um.

Ein Mann, ein werdender Vater, sprach davon, sein eigenes Kind zu vergewaltigen, sobald seine schwangere Frau den Nachwuchs geboren habe. Kein Einzelfall: Die Ermittler fanden auf den Videos Männer, wie sie ihre eigenen Kinder missbrauchten. Unter den Tätern: Lehrer, Politiker, Polizisten, Ingenieure. Auch gegen einen Anwalt wird ermittelt.

Die norwegische Polizei, die durch Hinweise des amerikanischen FBI auf die Spur der Kinderschänder gekommen war, spricht von einem beispiellosen Fall. Das ganze Land steht unter Schock. 2015 begann die Operation „Dark Room“, mit einem so weitreichenden Netz an Pädophilen hatten die Ermittler selbst nicht geglaubt. Den Tätern drohen nun 15 Jahre Haft.

Von RND/Carsten Bergmann

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