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Panorama Kronkorken-Prozess: Mann muss Gewinn teilen
Nachrichten Panorama Kronkorken-Prozess: Mann muss Gewinn teilen
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11:15 02.03.2017
An einem Krombacher-Kronkorken ist eine Freundschaft zerbrochen. Quelle: dpa
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Arnsberg

Die Freunde fahren gemeinsam weg, sie wollen ein Wochenende am nordhessischen Edersee verbringen. Sie teilen die Kosten, und ein oder zwei Kästen Bier haben sie auch dabei. Allein: In einem der Kronkorken verbirgt sich ein Hauptgewinn, ein Auto.

Im erbittert geführten Prozess um den Hauptpreis eines Kronkorkenspiels hat der Gewinner des Autos nun eine Niederlage erlitten. Der Mann muss nach einer Entscheidung des Arnsberger Landgerichts einen Teil des Geldes aus dem Verkauf des gewonnenen Wagens an seine frühere Freundin zahlen. Da die Freunde zuvor beschlossen hätten, die Ausgaben des Ausflugs zu teilen, bei dem der Gewinn entstand, seien sie alle auch dessen „Miteigentümer“. Der beklagte Mann könne den überraschenden Gewinn nicht einfach für sich behalten. Eine frühere Freundin hatte geklagt und sich jetzt durchgesetzt. Einen Vergleich hatten die Beteiligten abgelehnt.

Gericht spricht Freundin über 4000 Euro zu

Die Clique hatte bei einem Wochenendausflug gemeinsam getrunken und die Kronkorken der Bierflaschen achtlos auf den Tisch geworfen. Der Beklagte aus dem sauerländischen Schmallenberg fischte sich einen heraus und entdeckte darauf das Symbol für den Hauptpreis eines Gewinnspiels der Brauerei. Er erhielt das Auto. Die Brauerei übergab ihm einen von 111 ausgelobten Audi A3 Sportback, der Mann fuhr das Auto auch eine Weile und verkaufte den Wagen dann. Eine Frau, die mit am Tisch saß, forderte ein Fünftel des Gewinns, umgerechnet in bar einen Anteil von 5736 Euro. Der Mann wollte zur Wiedergutmachung nur etwa 1000 Euro zahlen. Die Kammer sprach der Frau nun 4268 Euro zu.

Beide Parteien können noch in Berufung gehen. Die Anwältin der klagenden Frau zeigte sich aber zufrieden mit der Entscheidung.

Von RND/dpa

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