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Panorama Lohnt sich der Münster-Tatort heute Abend?
Nachrichten Panorama Lohnt sich der Münster-Tatort heute Abend?
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17:30 25.09.2016
Boerne (Jan Josef Liefers, M.) schwebt in Lebensgefahr: Können Assistentin Silke Haller (ChrisTine Urspruch) und Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl) rechtzeitig helfen? Quelle: ARD
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Münster

Die große Fangemeinde von Professor Boerne muss diesmal ganz stark sein. Im „Tatort: Feierstunde“ ist für Deutschlands beliebtesten TV-Gerichtsmediziner nach etwa einer halben Stunde tatsächlich Schluss mit lustig. Im Verlauf der Geschichte wird er nämlich vergiftet – mit einer geheimnisvollen Substanz, die auch sein Sprachzentrum lähmt. Und das hat natürlich ungewohnte Folgen für den 30. „Tatort“ aus Münster. So fehlt bei diesem kleinen Jubiläum das übliche Wortgeplänkel zwischen Boerne und seinem Widerpart Thiel fast völlig, genau wie die verspielte Arroganz des Herrn Professor.

Ungewöhnlich harte Bilder

Dennoch und vielleicht gerade deswegen lohnt sich das Einschalten. Denn Frank Thiel (Axel Prahl) und Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) können auch ernst. Ihr neuester Fall ist also tatsächlich alles andere als lustig. Und selbst die Bilder sind zuweilen für diese Krimi-Reihe aus Münster ungewöhnlich hart. Anfangs jedoch geht alles erst einmal seinen üblichen westfälischen Galopp: Boerne lässt sich groß und genießerisch feiern, da er gerade ein Millionen Euro schweres Forschungsprojekt über Mumien an Land gezogen hat. Mit dem Geld will er allerdings auch – wie sich zufällig herausstellt – die von einer Streichung bedrohte Stelle seiner Assistentin Silke, genannt Alberich (ChrisTine Urspruch), finanzieren. Doch die deswegen anberaumte Feierstunde bekommt bald einen gehörigen und dann sogar dramatisch verlaufenden Dämpfer.

Wenn der Uni-Kollege Amok läuft

Verantwortlich dafür ist Boernes Uni-Kollege, Professor Harald Götz (Peter Jordan). Seit Jahren bemüht dieser sich vergeblich um Fördermittel, da er fieberhaft nach einem Medikament für seine schwer kranke Frau sucht. Und nachdem sie ausgerechnet am Tag von Boernes Feier erschossen in ihrem Rollstuhl aufgefunden wird, läuft der psychisch sowieso arg angeknackste Götz Amok. Er will sich an seinem erfolgreichen Kollegen, der ihm das nötige Geld für seine Forschung angeblich weggeschnappt hat, blutig rächen. Gleichzeitig wird er von Kommissar Thiel als Tatverdächtiger gesucht, weil Nachbarn beobachtet haben, wie er fluchtartig den Tatort verlassen hat. Ausgerechnet Boerne entlastet ihn dann wenig später, weil die Obduktion ergibt, dass die Frau sich selbst mit einer Pumpgun ins Gesicht geschossen hat.

Ungewöhnlich spannendes Kammerspiel

Doch danach überschlagen sich die Ereignisse. Bei einer abendlichen Feier, zu der Boerne seine Kollegen geladen hat, taucht Götz auf. Er nimmt die kleine Gesellschaft als Geisel und dabei gerät der Professor dann in höchste Lebensgefahr. Es entwickelt sich trotz eines anfänglich hanebüchenen Drehbuchschnitzers (Autorin: Elke Schuch) ein für Münsteraner Verhältnisse ungewöhnlich spannendes Kammerspiel, bei dem auch die vermeintlich allzu menschlichen Schwächen der Anwesenden fast schon subtil entlarvt werden. Entsprechend ernsthaft dramatisch sind die Dialoge. Und sogar psychologisch ist alles sehr stimmig von Regisseur Lars Jessen inszeniert.

Von Ernst Corinth

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