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MH370-Fall: UN-Luftfahrtbehörde verschärft Regeln

Luftverkehr MH370-Fall: UN-Luftfahrtbehörde verschärft Regeln

Hätte der verschwundene Flug MH370 mit besserer Technik gefunden und das bittere Drama für die Angehörigen verhindert werden können? Zwei Jahre nach dem mysteriösen Vorfall zieht die UN-Luftfahrtbehörde Konsequenzen.

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Momentaufnahme von der Suchaktion im März 2014. Als Reaktion auf das damalige Geschehen führt die UN-Luftfahrtbehörde strengere Regeln ein.

Quelle: Luong Thai Linh

Montreal. Zwei Jahre nach dem mysteriösen Verschwinden der Malaysia-Airlines-Maschine von Flug MH370 will die UN-Luftfahrtbehörde ähnliche Vorfälle mit strengeren Regeln verhindern.

Dazu gehört: Passagierflugzeuge müssen künftig Ortungsgeräte an Bord haben, um die Lage einer Maschine im Notfall im Minutentakt zu übermitteln. Die Rekorder sollen Stimmen im Cockpit nun bis zu 25 Stunden aufzeichnen, um alle Phasen eines Fluges festzuhalten. Familien chinesischer Passagiere reichten unterdessen eine millionenschwere Klage ein.

Die neuen Vorschriften der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO sollen ab sofort und spätestens bis zum Jahr 2021 umgesetzt werden. Mit ihnen könne eine Unfallstelle umgehend in einem Umkreis von sechs Seemeilen geortet werden, sagte ICAO-Ratspräsident Olumuyiwa Benard Aliu laut der Mitteilung vom Montag im kanadischen Montreal. Ermittler kämen zudem schneller an die Flugschreiberdaten. Such- und Rettungsaktionen würden günstiger.

Die Malaysia-Airlines-Maschine verschwand am 8. März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking vom Radar. Das Wrack wird im Indischen Ozean vermutet. Im Juli 2015 war auf La Réunion vor Südostafrika ein Bruchstück angespült und als Teil von MH370 identifiziert worden. Ob ein weiteres, kürzlich in Mosambik angespültes Trümmerteil zu MH370 gehört, wird noch geprüft. Gleiches gilt für ein weiteres Fundstück, das auf La Réunion entdeckt wurde.

Familien chinesischer Passagiere reichten in Peking unterdessen eine millionenschwere Entschädigungsklage ein. Angehörige von zwölf Opfern klagten gegen die Flugzeug- und Triebwerkshersteller Boeing und Rolls Royce, die Fluggesellschaft sowie den deutschen Versicherer Allianz, wie ihr Anwalt Zhang Qihuai am Montag der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Sie fordern umgerechnet etwa 1,4 bis 9,8 Millionen Euro pro Passagier. Die Höhe der Entschädigung habe der Anwalt festgelegt.

Dem Juristen zufolge wollen die Familien für die "schlechte Suche in der Anfangsphase", den Verlust der Angehörigen, emotionalen Stress und für Gerichts- und Anwaltskosten entschädigt werden. Zudem werde in der Klage auch Aufklärung über den Flug, den Verbleib der Maschine und der Passagiere sowie über die Unglücksursache gefordert. Von den 239 Passagieren an Bord waren 153 chinesische Staatsbürger.

Viele Familien glauben, dass ihre Angehörigen noch leben, und zögerten, ob sie trotzdem die Entschädigungsklage einreichen sollten. Sie hatten dazu die letzte Chance am Tag vor Ablauf der international geltenden Frist, dem zweiten Jahrestag der bisher ungeklärten Katastrophe.

Exakt am zweiten Jahrestag des Verschwindens von Flug MH370 legen internationale Ermittler einen neuen Zwischenbericht vor. Ihre Aufgabe ist es, die Ursache des Unglücks zu klären. Da die Maschine aber weiter verschollen ist, konnten sie weder ein Wrack begutachten noch Blackboxen auswerten, die technische Daten und Gespräche im Cockpit aufzeichnen. Deshalb werden allenfalls neue Erkenntnisse erwartet, die sich aus der Untersuchung der Flügelklappe ergaben.

dpa

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