Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Panorama Mann ergaunert 44.000 Euro mit einer einzigen Pfandflasche
Nachrichten Panorama Mann ergaunert 44.000 Euro mit einer einzigen Pfandflasche
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:03 16.11.2016
Leergut-Rücknahme (Symbolbild): Mit einer einzelnen Flasche hat ein Getränkehändler an einem manipulierten Pfandautomaten mehr als 44.000 Euro ergaunert. Quelle: dpa
Anzeige
Köln

Normalerweise gibt es pro Einweg-Pfandflasche 25 Cent zurück. Man muss also schon sehr viele Flaschen zurückbringen, um auf einen nennenswerten Betrag zu kommen. Ein 37-jähriger Getränkehändler ergaunerte sich trotzdem mit nur einer einzelnen Flasche mehr als 44.000 Euro – er hatte den Pfandautomaten vorher manipuliert. Das Kölner Amtsgericht verurteilte den geständigen Mann deshalb wegen gewerbsmäßigen Betrugs zu einer zehnmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch bestätigte.

Betrug fiel zunächst nicht auf

Nach Feststellung des Gerichts hatte der Mann einen Pfandrückgabeautomaten mit Hilfe eines Holztunnels und eines Magnetsensors so umgebaut, dass Flaschen zwar gescannt, aber nicht geschreddert wurden. So konnte er dieselbe Flasche immer wieder neu einstecken und das Pfand einlesen lassen – insgesamt schätzungsweise fast 180.000 Mal. Mit der Zeit kam auf diese Weise eine Summe von 44.362,75 Euro zusammen.

Der Deutschen Pfandsystem GmbH, die den Pfandausgleich zwischen den am System beteiligten Unternehmen organisiert, soll der Betrug nicht aufgefallen sein. Das berichtete der „Kölner Stadt-Anzeiger“. Erst ein anonymer Hinweis führte die Ermittler zu dem 37-Jährigen.

Kölner Fall keine Ausnahme

„Das ist ja schon logistisch eine Meisterleistung“, zitiert der „Kölner Stadt-Anzeiger“ den Richter aus dem Prozess. „Da haben Sie ja den ganzen Tag nichts anderes gemacht, als den Automaten zu bedienen.“ Darauf habe der Angeklagte geantwortet: „Ich habe ein Radio danebengestellt, weil es mir sonst zu langweilig war.“

Wie der „Kölner Stadst-Anzeiger“ weiter berichtet, soll der Fall keine Seltenheit sein. Die Zeitung beruft sich auf Angaben der Staatsanwaltschaft. Demnach würden Betrüger mit der Masche Schäden in Millionenhöhe anrichten.

Von dpa/RND/wer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige