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Panorama Mann springt vor Ersthelfern in den Tod
Nachrichten Panorama Mann springt vor Ersthelfern in den Tod
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14:52 09.04.2017
Tödliches Beziehungsdrama auf Autobahnbrücke: Der Fahrer eines Unfallwagens stürzte sich in den Tod. Im Auto wurde die Leiche einer Frau gefunden. Quelle: dpa
Bischbrunn

Der Notruf ging am frühen Sonntagmorgen ein. Gegen 7 Uhr meldeten Augenzeugen einen Unfall auf der Haseltalbrücke der A3. Bevor die Polizei eintraf, gingen Ersthelfer zum Auto – und wurden Zeugen eines Dramas.

Ein Mann stürzt sich in den Tod, im Wagen liegt eine getötete Frau: Auf einer Autobahnbrücke in Bayern hat sich am Sonntag ein blutiges Drama abgespielt.

Die Ersthelfer berichteten später der Polizei, dass der Fahrer des vermeintlichen Unfallautos ausgestiegen und sich mit ihnen ein kurzes Wortgefecht geliefert habe. Dann sei er von der Brücke in den Tod gesprungen. Die Haseltalbrücke soll etwa 70 Meter hoch sein.

Ermittler gehen von Beziehungsdrama aus

Mittlerweile war die Polizei eingetroffen. Als die Einsatzkräfte das Fahrzeug überprüften, fanden sie die Leiche einer Frau. Diese sei durch äußere Gewalteinwirkung gestorben, sagte ein Polizeisprecher. Dass die Frau erstochen wurde, wie mehrere Medien berichteten, wollte der Sprecher zunächst nicht bestätigen: „Das muss erst durch die Obduktion geklärt werden.“

Polizei und Staatsanwaltschaft nahmen die Ermittlungen auf, um die Hintergründe herauszufinden. Sie gehen von einer Beziehungstat aus. Demnach könnte der Mann zuerst die Frau getötet haben, bevor er sich von der Brücke sprang.

Für das Unfallgeschehen an sich gebe es aber keine Zeugen, wie die Polizei berichtete. Die Ersthelfer seien erst kurz danach auf der Brücke angekommen. Deshalb soll ein Gutachter die letzten 300 bis 400 Meter der Fahrt rekonstruieren.

Angehörige müssen noch informiert werden

Die Identität der beiden Toten konnten die Beamten bereits klären; da die Angehörigen aber zunächst nicht informiert werden konnten, sollten weitere Details erst am Montag bekanntgegeben werden.

Die A3 Richtung Frankfurt wurde zwischen den Anschlussstellen Marktheidenfeld und Rohrbrunn über Stunden hinweg komplett gesperrt, der Verkehr wurde abgeleitet. Es bildeten sich kilometerlange Staus.

Hilfe für Betroffene

Wenn Sie sich betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge. Die Telefon-Hotline ist kostenlos und 14 Stunden am Tag zu erreichen. Unter den folgenden Rufnummern erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen finden konnten..

0800 - 111 0 111 (ev.)

0800 - 111 0 222 (rk.)

0800 - 111 0 333 (für Kinder / Jugendliche)

www.telefonseelsorge.de

Von dpa/RND/wer