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Panorama Menschen verlassen Katastrophen-Region
Nachrichten Panorama Menschen verlassen Katastrophen-Region
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08:57 31.10.2016
Zehntausende sind durch die schweren Beben in Mittelitalien obdachlos, können nicht mehr in ihre Häuser zurückkehren. Quelle: ANSA
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Norcia

Nach dem neuen heftigen Erdbeben in Mittelitalien haben die Behörden die Menschen aufgerufen, die betroffenen Orte zu verlassen. „Woanders hinzugehen heißt nicht, nicht zurückzukehren“, sagte der Chef des Zivilschutzes, Fabrizio Curcio, am Sonntagabend.

Die betroffenen Menschen sollten vorübergehend an die Adria-Küste oder in Unterkünfte in der Umgebung gebracht werden. Viele entschieden sich dazu, die Nacht im Auto zu verbringen. Etwa 8000 Menschen wurden laut Zivilschutz in Notunterkünften versorgt.

Mattarella drängt auf schnellen Wiederaufbau

Das stärkste Beben in Italien seit 36 Jahren hatte am Sonntag historische Ortschaften wie Norcia und zahlreiche Kulturgüter zerstört. Viele Gemeinden lagen in Schutt und Asche, Straßen waren nicht passierbar. Allein in der Region Marken sind 25 000 Menschen obdachlos. Die Regierung von Ministerpräsident Matteo Renzi will am Montag in einer Kabinettssitzung über die Lage beraten. Der Ministerpräsident hatte schnelle Hilfe versprochen.

Als ob die Erde auseinanderbricht: Tiefe Furchen und Risse ziehen sich nach dem Beben durch die Straßen Mittelitaliens und machen sie nicht mehr passierbar. Quelle: ANSA

Seismologen warnten unterdessen vor Nachbeben. Das heftigste hatte in der Nacht zu Montag eine Stärke von 4,2, teilte die italienische Erdbebenwarte INGV mit. Das Zentrum lag wie das am Sonntag in der Nähe der Kleinstadt Norcia in Umbrien.

Staatspräsident Sergio Mattarella drang auf einen schnellen Wiederaufbau. „In einem weiten Teil unseres Landes haben viele Menschen ihre Häuser verloren, viele haben Angst hineinzugehen“, erklärte er bei einem Israel-Besuch. „Der Beitrag von allen (...) ist nötig, denn so vielen unserer Mitbürger in Schwierigkeiten muss das Recht garantiert werden, in ihren Häusern in Frieden zu leben.“ 

Viele Menschen hatten Häuser bereits verlassen

Das Erdbeben der Stärke 6,5 hatte sich genau in jener Region ereignet, die schon von den beiden heftigen Erdstößen vergangener Woche heimgesucht worden waren. Auch das Erdbeben von Ende August, bei dem 298 Menschen umgekommen waren, hatte die Orte in den Regionen Umbrien, Latium, den Abruzzen und den Marken schwer beschädigt. Weil viele Gebäude schon kaputt waren, lebten nicht mehr so viele Menschen in den jetzt betroffenen Orten – das ist eine Erklärung, warum kein Mensch bei dem heftigen Erdstoß am Sonntag ums Leben kam.

In der Luftlinie rund 110 Kilometer entfernten Hauptstadt Rom sollten am Montag Schulen auf Schäden überprüft werden. Auch an einigen wichtigen Bauwerken, wie an der Kuppel der Kirche Sant'Ivo alla Sapienza von Francesco Borromini, wurden leichtere Schäden festgestellt.

Von RND/dpa

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