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Mindestens elf Tote nach Taifun in Japan

Wetter Mindestens elf Tote nach Taifun in Japan

Wirbelsturm "Lionrock" hat im Nordosten Japans schwere Schäden angerichtet. Dort, wo vor fünf Jahren ein schweres Erdbeben und Tsunami Tausende Menschenleben forderten.

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Luftaufnahme des Altersheims in Iwaizumi, in dem mehrere Menschen ums Leben kamen.

Quelle: Yomiuri Shimbun

Tokio. Bei dem heftigen Taifun über Japan sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Die Polizei fand neun Tote in einem Pflegeheim für Demenzkranke in der nordöstlichen Stadt Iwaizumi, wie japanische Medien berichteten.

Videobilder zeigten das von Schlamm bedeckte Pflegeheim. "Lionrock" hatte die Region mit rekordstarken Regenfällen und Sturmböen überzogen und vielerorts für Überschwemmungen gesorgt.

Ebenfalls in Iwaizumi ertrank ein Mann in einem Fluss, wie der Sender NHK meldete. In der Stadt Kuji kam eine alte Frau ums Leben. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo wurden auf der nördlichen Insel Hokkaido drei Menschen zunächst als vermisst gemeldet.

Der inzwischen abgezogene Taifun "Lionrock" war am Dienstagabend in der Region Tohoku im Nordosten auf Land getroffen. Schwere Regenfälle hatten die Rettungsarbeiten zunächst behindert. Straßenzüge standen unter Wasser, Flüsse traten über die Ufer. Dutzende Bewohner mussten mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht werden. Auch das Militär beteiligte sich an den Rettungsaktionen. Regierungssprecher Yoshihide Suga versprach rasche Hilfe.

Rund 410 000 Menschen wurden aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Häuser wurden beschädigt, Bäume und Lastwagen stürzten durch die Sturmböen um. Mindestens zehn Menschen erlitten örtlichen Medienberichten zufolge Verletzungen.

Tohoku war von dem verheerenden Erdbeben und Tsunami im März 2011 verwüstet worden. In dem bei der Tsunami-Katastrophe beschädigten Atomkraftwerk Fukushima Daiichi waren Pumpen eingesetzt worden, um zu verhindern, dass erneut verstrahltes Wasser in den angrenzenden Ozean gelangt. Berichte über weitere Schäden an der Atomruine gab es jedoch nicht.

"Lionrock" hatte den Nordosten Japans mit starken Regenfällen und Sturmböen überzogen. In vielen Gegenden auf Hokkaido fielen seit Montag mehr als 300 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter. Dies sei mehr als der Monatsdurchschnitt für den gesamten August, berichtete NHK unter Berufung auf die japanische Wetterbehörde. In der Stadt Minamifurano seien sogar 500 Millimeter Regen gefallen. Dort seien auch etwa 350 Menschen von der Umwelt abgeschnitten, nachdem ein Damm gebrochen war.

"Lionrock" ist bereits der zehnte Wirbelsturm, der in dieser Taifun-Saison, die üblicherweise von Mai bis Oktober dauert, über Japan hinwegzieht. In der Nacht auf Mittwoch schwächte sich der Sturm ab und zog in Richtung Nordosten weg von Japan.

dpa

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