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11:30 14.06.2018
Von Erdbeeren oder Mango bis zu Kokosmilch, Nüssen oder Ahornsirup – der Fantasie bei der Herstellung von Nice Cream sind fast keine Grenzen gesetzt. Quelle: Fotolia
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Hannover

In den Ohren von Eiscremefans muss das wie Musik klingen: Endlich Schlecken ohne Reue, ohne lästiges Kalorienzählen, ohne bangen Blick auf die Waage. Endlich ein Eis, das weder dick noch träge macht, sondern im Gegenteil sogar gesund und munter. Die Rede ist von Nice Cream – der neuen zuckerfreien, laktosefreien, glutenfreien, veganen Wunderspeise, die momentan ihren Siegeszug durch deutsche Küchen und Foodblogs feiert.

Ihren Ursprung hat Nice Cream in den USA. Vergangenen Sommer schwappte der Trend zu uns herüber. Inzwischen vergeht kein Tag, an dem bei sozialen Netzwerken wie Instagram oder Pinterest nicht neue Bilder und Kreationen von Nice Cream auftauchen. Die “freundliche Creme“ (frei übersetzt) ist aus mehreren Gründen en vogue.

“Nice Cream schmeckt gut, tut gut und ist in null Komma nichts zubereitet“, sagt Carla Groscurth von dem Berliner Unternehmen Gruenesmoothies.de. “Wer einen Hochleistungsmixer besitzt, hat in fünf Minuten ein sehr köstliches Eis auf dem Tisch.“ Tatsächlich ist die Zubereitung von Nice Cream denkbar einfach. Es besteht lediglich aus gefrorener Banane und einer weiteren Frucht, einer Nuss oder einer Pflanzenmilch. Beide Dinge steckt man in einen Standmixer mit viel Power und lässt sie zu einer dickflüssigen Creme pürieren.

Die Nice Cream “à la minute“ servieren

Die Basiszutat von Nice Cream, ursprünglich auch “(Ba-)Nana Ice Cream“ genannt, ist nicht von ungefähr die Banane. “Sie macht das Eis schön cremig und gibt ihm die nötige Süße“, erläutert Großcurth. Wichtig sei, dass die Banane richtig reif ist. Man schält möglichst gleich mehrere Bananen, schneidet sie in schmale Stücke, füllt sie in einen Gefrierbeutel und legt diesen über Nacht ins Gefrierfach. Muss eine Erfrischung her, nimmt man die Bananen aus dem Kühlschrank und füllt sie direkt in den Mixbehälter.

Damit aus den Fruchtstücken eine feine sämige Masse wird, braucht der Mixer allerdings scharfe Messer und einen kraftvollen Motor. Ein Gerät von guter Qualität sei laut Großcurth daher das A und O. Sie empfiehlt, zunächst in niedrigen Umdrehungsstufen zu mixen – “andernfalls wird das Ganze zu Soße.“ Wer nur einen weniger leistungsfähigen Mixer oder einen Pürierstab besitzt, lässt die Fruchtstücke fünf bis zehn Minuten antauen.

Ist die Banane verarbeitet, beginnt die Kür. Ob Himbeere, Erdbeere, Mango, Kiwi, Maracuja – etliche Früchte lassen sich, mal gefroren, mal nicht, mit den Eisbananen kombinieren. Auch Milchzutaten finden ihren Weg in die Nice Cream, allen voran Pflanzenmilchsorten wie Mandel-, Kokos-, Hafer- oder Sojamilch. Außerdem greifen Fans gern zu Mandelmus, Erdnussbutter oder Nutella. Auch Ahornsirup, Kakaopulver oder Matchatee haben in der Nice Cream mitunter ihre Daseinsberechtigung.

Für natürliche Süße und besondere Cremigkeit gilt: je reifer die verwendeten Bananen, desto besser. Also keine Scheu vor braunen Pünktchen! Quelle: Fotolia

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Viele Foodblogger mischen ihre vermeintlich “beste Eiscreme der Welt“ aus einer ganzen Reihe von Dingen zusammen oder laufen spätestens beim finalen Topping zur Höchstform auf. Hier ein Hauch Zitronenschale, dort ein paar Blaubeeren, da eine Handvoll Schokoladenstreusel – unverziert kommt Nice Cream, zumindest auf Bildern, selten daher. Viel Zeit darf das Toppen aber nicht in Anspruch nehmen. Für den perfekten Genuss müsse das Eis “à la minute“ serviert werden, sagt Groscurth.

Grundvoraussetzung für jede Zutat ist: “Nice“ muss sie sein, nett und freundlich, frisch und rein. “Nice Cream enthält keine künstlichen Inhaltsstoffe oder Geschmacksverstärker, keinen raffinierten Zucker, kein überschüssiges Fett und in der Regel keine Kuhmilch – dafür viele wichtige Nährstoffe, Vitamine und Mineralien“, sagt Inga Pfannebecker.

Die Ernährungswissenschaftlerin und Kochbuchautorin aus Amsterdam warnt allerdings davor, blind auf den Namen hereinzufallen. Im Vergleich zu Speiseeis mit reichlich Sahne oder Fruchtsorbet mit viel Zucker sei Nice Cream zwar die gesündere Variante, hemmungs- und bedenkenlos verschlingen dürfe man sie jedoch nicht. “Auch Nice Cream ist mitunter eine Kalorienbombe, schließlich stecken da jede Menge Banane drin“, sagt sie. Kämen noch Erdnussbutter oder Schokolade hinein, sollte man sich von der Wunderspeise nicht mehr als ein Schälchen gönnen.

Vorsicht vor zu viel Fruchtzucker

Ähnlich sieht es die Freiburger Ernährungsexpertin Dagmar von Cramm. “Nice Cream in Massen zu verzehren ist genauso wenig gut wie ohne Unterlass Smoothies zu schlürfen“, sagt die renommierte Ökotrophologin. Nice Cream enthält sehr viel Fruchtzucker, der den Blutzuckerspiegel in die Höhe treibt und dafür sorgt, dass schnell wieder Hunger entsteht. “Würde man all das Obst, das in der Creme steckt, tatsächlich kauen, wäre die Sättigung deutlich besser“, sagt sie.

Die Begeisterung für den neuen Superstar am Health-Food-Himmel kann sie dennoch nachvollziehen. “Nice Cream bedient den Trend zur Selbstbestimmung. In diesem Eis steckt nichts drin, was ich nicht haben will.“ Wer sein Eis selbst herstellt, genießt die volle Kontrolle, hat aber auch die volle Verantwortung, was er sich und anderen auftischt.

Die beiden Ernährungswissenschaftlerinnen sind sich einig: Als Entschuldigung für exzessiven Eisgenuss darf Nice Cream keinesfalls gelten. Dem Ziel, sich etwas Süßes zu gönnen und gleichzeitig etwas Gutes zu tun, kommt die neue Wunderspeise allerdings schon verdächtig nahe.

Nice Cream mit Erdbeeren, Erdnuss oder Mango: Drei Rezepte zum Ausprobieren

Sommerlich fruchtig: Nice Cream mit Erdbeeren Quelle: Svenja Weßeloh, Grüne Smoothies GmbH

Zutaten für 2 bis 4 Portionen:

3 Bananen, 200 g Erdbeeren,

Minze und Schokoladenraspel ­(optional)

Zubereitung:

Die Bananen schälen, in feine Scheiben schneiden, in einen Gefrierbeutel geben und über Nacht einfrieren. Erst die Erdbeeren in einen Hochleistungsmixer geben, anschließend die Bananen hinzugeben und weitermixen, bis eine einheitliche cremige Masse entsteht. Als Topping bieten sich je nach Lust und Laune Minzblätter und/oder Schokoladenraspel an.

Rezept: www.gruenesmoothies.de

Süße Sünde: Der Schoko-Erdnuss-Traum Quelle: privat

Zutaten für 2 bis 4 Portionen:

2 große reife Bananen (circa 300 g Fruchtfleisch), 3 EL Erdnussmus ­(ungesüßt), 50 g gehackte Zartbitterschokolade, 1 Handvoll geröstete ­Erdnüsse

Zubereitung:

Bananen schälen, schneiden, in einen Gefrierbeutel geben und mindestens vier Stunden einfrieren. Die gefrorenen Bananen zusammen mit dem Erdnussmus cremig pürieren. Anschließend die gehackte Schokolade unterheben. Mit den Erdnüssen und einem Rest Schokolade garnieren.

Rezept: Inga Pfannebecker

Erfrischend exotisch: Banane, Mango und Limette mit einem Hauch Ingwer. Quelle: Svenja Weßeloh, Grüne Smoothies GmbH

Zutaten für 2 bis 4 Portionen:

3 Bananen (geschält, kleingeschnitten und gefroren), 1 Mango, 1 Stück Ingwer, Saft und Abrieb einer unbehandelten Limette

Zubereitung:

Die Mango schälen und entkernen. Den Ingwer schälen und in kleine Stücke schneiden. Beides in einen Hochleistungsmixer geben, anschließend die gefrorenen Bananen und den Limettensaft hinzugeben und auf niedriger Stufe mixen. Die Nice Cream ist fertig, wenn alle Zutaten gleichmäßig miteinander verrührt sind. Vor dem Servieren mit Limettenabrieb bestreuen.

Rezept: www.gruenesmoothies.de

Von Sophie Hilgenstock

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