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Panorama Neuer Prozess um zerstückelte Leiche
Nachrichten Panorama Neuer Prozess um zerstückelte Leiche
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10:23 01.11.2016
Dem Angeklagten Detlev G. (r.) werden am Landgericht in Dresden die Handschellen abgenommen.  Quelle: dpa/Archiv
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Dresden

 Das Dresdner Landgericht versucht in einem neuem Anlauf den bizarren Tod eines Hannoveraner Geschäftsmannes aufzuklären. Nach erfolgreicher Revision beim Bundesgerichthof wird das Verfahren um dessen zerstückelte Leiche neu aufgerollt. Ein suspendierter Kriminalbeamter ist erneut wegen Mordes angeklagt.

Seit Dienstag läuft damit der zweite Versuch zu klären, ob er den 59-Jährigen im November 2013 getötet oder nur dessen Leiche zerstückelt hat. Eine andere Strafkammer hatte den Polizisten im April 2015 wegen Mordes und Störung der Totenruhe zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Kritik vom Bundesgerichtshof

Die beiden Männer hatten sich auf einer „Kannibalen“-Seite im Internet kennengelernt. Der eine träumte davon, getötet und verspeist zu werden, der andere wollte mal eine Leiche zerstückeln. Laut Obduktion wurde der Mann erdrosselt. Nach Ansicht der Staatsanwaltsschaft hat der Polizist ihn erhängt.

Die Richter hatten bei ihrem Urteil im April 2015 in dem unbedingten Todeswunsch seines Gastes einen außergewöhnlichen Umstand gesehen und von der üblichen lebenslangen Haft Abstand genommen. Verteidigung und Anklage hatten das Urteil später beide angefochten. Der Bundesgerichtshof hob es hinsichtlich des Mordvorwurfs auf und kritisierte, dass eine mögliche Selbsttötung nur unzureichend geprüft worden sei.

Nach dem erfolgreichen Revisionsantrag soll nun eine andere Strafkammer klären, ob der LKA-Mann den 59-Jährigen im November 2013 im Gimmlitztal (Osterzgebirge) auch umgebracht oder einzig dessen Leiche zerstückelt hat. Er ist wegen Mordes angeklagt.

Von dpa/RND/zys

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