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Panorama New Yorker verordnen sich „U-Bahn-Therapie“
Nachrichten Panorama New Yorker verordnen sich „U-Bahn-Therapie“
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11:45 11.11.2016
Künstler Matthew Chavez hat in einem U-Bahn-Gang bunte Zettel und Stifte ausgelegt. Quelle: dpa
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New York

„Bin ich der Einzige, der hier Angst hat?“ und „Ich brauche eine Umarmung“ – das steht auf kleinen bunten Zetteln, die frustrierte New Yorker in diesen Tagen nach Donald Trumps Wahlsieg in der U-Bahn an die Wand kleben.

Die Idee für die Kollektivtherapie in einem Tunnel an der Haltestelle Union Square hatte der New Yorker Künstler Matthew Chavez. Chavez stellte ein Schild mit der Aufschrift „U-Bahn-Therapie“ auf und legte Zettel und Stifte für die Menschen bereit. Bis Donnerstagnachmittag klebten schon rund 3000 bunte Zettel an der gekachelten weißen Wand. „Ich denke, die Menschen sind im Moment viel zu wütend, um richtige Gespräche zu führen“, sagt Chavez. „Hier können sie sich ausdrücken und vielleicht geht es ihnen danach besser.“

Eine großartige Idee

Der Künstler hatte sich in der Vergangenheit schon öfter in die U-Bahn der Metropole gestellt und gestressten New Yorkern mit seinen Zetteln die Möglichkeit geboten, kurz Dampf abzulassen. Bislang sei die spontane Aktion „überwältigend positiv“ verlaufen, sagte Organisator Chavez. Die Millionenmetropole New York stimmt bei Präsidentenwahlen traditionell überwiegend für die Demokraten. In Manhattan bekam Hillary Clinton fast 90 Prozent der Stimmen.

Auch die New Yorkerin Andrea Recarte findet die neue Aktion großartig. So könnten Menschen ihren Ärger in Worte fassen und sich mit anderen vernetzen, „die sprachlos sind“, sagte die aus Chile stammende 33-Jährige.

Das steht noch auf den Zetteln

„Ich habe mich noch nie so unsicher gefühlt“ oder schlicht „Ich bin sauer“, lauten weitere Botschaften auf den bunten Vierecken. Terena Bell, Unternehmerin aus Kentucky, schrieb auf ihren Zettel: „Donald Trump, ich bete für dich.“ „Ich habe heute Morgen ein Meeting sausen lassen, um zu weinen“, stand auf einem pinkfarbenen Klebezettel, „alles wird gut“ auf einem gelben. Auch „ich bereue meine Wahlstimme“, „bringt Obama zurück“ und „2020!“ war zu lesen.

Von RND/dpa

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