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Ölteppich vor Chinas Küste hat sich verdreifacht

Havarie der „Sanchi“ Ölteppich vor Chinas Küste hat sich verdreifacht

Die Havarie der „Sanchi“ hat verheerende Folgen für die Umwelt. Behörden hatten zunächst Entwarnung gegeben. Doch Umweltaktivisten warnen vor einer der schlimmsten Umweltkatastrophen seit dem Sinken der „Exxon Valdez“.

Die Löschversuche waren vergeblich: Zwei Kreuzer versuchen die Flammen auf der „Sanchi“ zu löschen.

Quelle: AP

Peking. Eine Woche nach dem Untergang des iranischen Öltankers „Sanchi“ hat sich die Umweltkatastrophe vor der Küste Chinas verschärft. In nur vier Tagen verdreifachte sich die durch ausgelaufenes Öl verschmutzte Meeresoberfläche bis Sonntag auf 332 Quadratkilometer, wie aus Angaben der staatlichen chinesischen Meeresverwaltung vom Montag hervorging. Bei dem Unglück waren 32 Seeleute ums Leben gekommen.

Am vergangenen Mittwoch war erst eine Fläche von 101 Quadratkilometer gemessen worden. Neue Ölteppiche seien jeweils fünf Kilometer nordwestlich und südöstlich von der Stelle entdeckt worden, wo der brennende Tanker am vergangenen Sonntag untergegangen war.

Experten hatten bereits gewarnt

Der Tanker hatte nach letzten amtlichen Angaben 113 000 Tonnen Kondensat, ein sehr hochwertiges Leichtöl, sowie 1000 Tonnen Schweröl geladen. Er war am 4. Januar rund 300 Kilometer östlich von Shanghai mit dem Getreidefrachter „CF Crystal“ zusammengestoßen und in Brand geraten. Chinesische Umweltexperten warnten vor den Folgen des Unglücks, da das Öl die Lebewesen im Meer und die Fischerei gefährdet.

So hatte der US-Ozeanologe Richard Steiner bereits gewarnt, das Unglück könne verheerendere Folgen haben, als das Sinken der „Exxon Valdez“. Steiner, der für die Umweltschutzorganisation Oasis Earth schon viele Öl-Kastostrophen untersucht hat, vermutet, dass keiner der Treibstofftanker noch dicht ist. Selbst wenn nur 20 Prozent der Ladung ausgelaufen sein sollte, entspräche das der Menge an Rohlöl, die ausgelaufen war, als der Öltanker „Exxon Valdez“ 1989 vor der Küste Alaskas auf Grund lief, sagte Steiner der Nachrichtenagentur AFP. Das Unglück löste eine der bis dahin größten Umweltkatastrophen der Seefahrt aus. Rund 37 000 Tonnen Rohöl liefen aus und schädigten das empfindliche Ökosystem. Mehr als 2000 Kilometer Küste wurden verseucht.

Die Behörden hatten beteuert, die Auswirkungen seien begrenzt

Die chinesischen Behörden hatten nach der Havarie der „Sanchi“ zunächst Entwarnung gegeben und beteuert, die Umweltauswirkungen seien begrenzt.

Doch auch der in China prominente Umweltaktivist Ma Jun warnte vor einer Ölkatastrophe. Dass das Schiff gesunken sei, bevor die Ölladung komplett verbrennen konnte, sei das „Schlimmste, was nach der Havarie passieren konnte“, sagte Ma der staatlichen Zeitung Global Times.

Von Felix Lee/dpa/RND

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