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Oscar Pistorius kommt vorerst nicht frei

Prozesse Oscar Pistorius kommt vorerst nicht frei

Oscar Pistorius' Hoffnung auf eine schnelle Haftentlassung hat sich zerschlagen. Jetzt muss der frühere Paralympics-Stars wieder bangen. Und warten.

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Nach südafrikanischem Recht kann die Strafe nach Ableisten von einem Sechstel der Haftzeit in Hausarrest umgewandelt werden. Foto: Siphiwe Sibeko/Archiv

Johannesburg. Ex-Sprintstar Oscar Pistorius wird möglicherweise erst in mehreren Monaten erfahren, ob er vorzeitig aus der Haft in den Hausarrest entlassen wird. Bis zur Entscheidung der höheren Instanz über seine Zukunft muss der 28-Jährige im Gefängnis bleiben.

Das sagte der Sprecher des Justizministeriums, Mthunzi Mhaga, am Donnerstag. "Das Komitee hat vier Monate, um die Sache zu beraten und zu entscheiden", sagte er der örtlichen Nachrichtenagentur News24 zufolge.

Justizminister Michael Masutha hatte am Mittwoch überraschend die für Freitag geplante Entlassung des unterschenkelamputierten Sportlers wegen möglicher Verfahrensfehler ausgesetzt und eine Überprüfung angeordnet. Zunächst blieb unklar, ob Pistorius' Anwälte Rechtsmittel gegen die Entscheidung einlegen würden. Sprecherin Anneliese Burgess sagte News24 zufolge, die Familie prüfe ihre Handlungsmöglichkeiten.

Pistorius war im vergangenen Oktober wegen der tödlichen Schüsse auf seine Freundin, das südafrikanische Model Reeva Steenkamp, zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Nach südafrikanischem Recht kann eine Strafe nach Ableisten von einem Sechstel der Haftzeit in Hausarrest umgewandelt werden. Pistorius wäre daher nach zehn Monaten aus dem Gefängnis gekommen.

Pistorius sagte im Prozess, er habe am Valentinstag 2013, als er die vier tödlichen Schüsse feuerte, hinter der Toilettentür einen Einbrecher vermutet. Die Staatsanwaltschaft hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Sie will nach südafrikanischem Recht eine Verurteilung wegen Mordes erzielen; im deutschen Rechtssystem entspräche dies einem Urteil wegen Totschlags. Damit würde Pistorius eine längere Haftstrafe von maximal 15 Jahren drohen. Das Oberste Berufungsgericht will sich den Fall im November vornehmen.

Pistorius wurden als Kind wegen eines Gendefekts beide Beine unterhalb der Knie amputiert. Als Sprinter wurde er weltweit bekannt, als er mit seinen J-förmigen High-Tech-Prothesen aus elastischem Carbon bei den Paralympics Rekorde brach. Auch bei den Olympischen Spielen 2012 in London machte er Furore. Ganz Südafrika war stolz auf den zähen, wild-entschlossenen Sportler. Seine Beziehung zu Reeva brachte die beiden auch in die Klatschspalten der Zeitungen. Doch nach den Todesschüssen war es jäh vorbei mit "Oscar Superstar".

dpa

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