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Peggys Skelett ist unvollständig

Kriminalität Peggys Skelett ist unvollständig

15 Jahre lang fehlte von der Schülerin Peggy aus Oberfranken jede Spur. Vor kurzem wurden Teile ihres Skeletts in einem Waldstück gefunden. Auch nach so langer Zeit glaubt die Polizei, noch neue Hinweise zu dem Fall bekommen zu können.

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Anfang Juli hatte ein Pilzsammler Skelettreste des Mädchens gefunden.

Quelle: Daniel Karmann

Bayreuth. Das in einem Wald in Thüringen gefundene Skelett der jahrelang vermissten Schülerin Peggy ist nicht komplett. "Dies lässt sich mit dem Lebensraum und den Gewohnheiten von Waldtieren erklären", sagte der Leiter der Sonderkommission Peggy, Uwe Ebner, in Bayreuth.

Zudem fehlten Kleidungsstücke des Mädchens sowie weiterhin jede Spur vom Schulranzen der Neunjährigen. Weitere Fragen dazu könne er derzeit nicht beantworten.

Am Mittwochabend wird sich auch die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" nochmals mit dem Fall befassen. Wann Peggys Familie die sterblichen Überreste des Mädchens begraben kann, ist noch unklar.

Der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel sagte am Dienstag, die Ermittlungen liefen auf Hochtouren, doch "der entscheidende Hinweis steht leider noch aus". Die Beamten setzen daher nun vor allem auf neue Hinweise aus der Bevölkerung.

"Wir erhoffen uns Hinweise zu früheren Wahrnehmungen rund um den Fundort, insbesondere um den 7. Mai 2001", sagte Ebner. An diesem Tag wurde Peggy auf dem Heimweg von der Schule im oberfränkischen Lichtenberg zum letzten Mal gesehen. "Wir suchen nach Hinweisgebern, die sich dort auskennen und Bezüge dorthin haben." Besonders interessiert die Polizei, ob jemand am oder in der Nähe des Fundortes Menschen oder Fahrzeuge gesehen hat.

Weitere Fragen der Ermittler: "Wer kennt Personen, die Ortsbezüge haben? Wer hat sich zu dem Zeitpunkt zum Sport, Spaziergang oder Pilzesammeln hier aufgehalten? Wer kennt die Örtlichkeit und kann Angaben dazu machen? Wer hat hier Waldarbeiten durchgeführt?" Für Hinweise, die zum möglichen Täter führen, wurde eine Belohnung in Höhe von 30 000 Euro ausgesetzt. Unter der Nummer 0921 5061414 hat die Polizei ein Hinweistelefon eingerichtet.

Auch nach 15 Jahren hält Ebner es für möglich, noch neue Hinweise über den Auffindeort zu bekommen: "Jeder erinnert sich an die Zeit, als das Mädchen verschwunden ist. Vielleicht hat jemand früher Wahrnehmungen nicht für wichtig erachtet, bewertet diese Informationen jetzt aber neu und meldet sich."

Zu Todesursache und -zeitpunkt können die Ermittler noch nichts sagen. "Die Untersuchungen dazu sind besonders schwierig", sagte Ebner. Doch theoretisch könne auch nach so langer Zeit noch Täter-DNA gefunden werden. Auch wie die Knochen im Wald lagen - vergraben, mit Zweigen bedeckt oder in einer Mulde - wollen die Polizisten noch nicht sagen. "Es ist nicht in unserem Sinne, dass ein möglicher Täter unsere derzeitigen Erkenntnisstand kennt und danach sein Verhalten ausrichten kann", sagte Staatsanwalt Potzel.

Ob der mögliche Täter aus der Nähe kam, kann die Polizei noch nicht sagen. Potzel sagte: "Es liegt nahe, dass der Täter gute Ortskenntnisse hatte. Es kann aber trotzdem sein, dass es ein Fremder war." Die Beamten ermittelten in alle Richtungen. "Wir werden uns nicht auf eine Hypothese beschränken." Potzel betonte nochmals: "Wir haben im Augenblick keinen Verdächtigen."

Anfang Juli hatte ein Pilzsammler in einem Wald im thüringischen Landkreis Saale-Orla Skelettreste von dem Mädchen gefunden. Der Fundort liegt an einer Landstraße zwischen Nordhalben (Kreis Kronach) und Rodacherbrunn - etwa 1,5 Kilometer hinter der Landesgrenze zu Bayern.

dpa

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