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Primark-Kunden sollen ihre Kleider wegschmeißen

Protestaktion in Stuttgart Primark-Kunden sollen ihre Kleider wegschmeißen

Müllcontainer vorm Primark: Weil in der Stuttgarter Königstraße eine Filiale der Billigkette eröffnet, schließen sich Betreiber der Nachbarläden für einen ungewöhnlichen Protest zusammen: Sie fordern die Kunden auf, ihre neu gekauften Kleider gleich wieder zu entsorgen – für den guten Zweck.

Wegwerfmode: Die Protestaktion vor der Primark-Filiale in Stuttgart.

Quelle: dpa

Stuttgart. Wegwerfmode – so wird das umstrittene Konzept des irischen Textildiscounters Primark oft abfällig genannt. Denn die Kleidung der Billigkette ist so günstig und von minderer Qualität, dass die Kunden die Kleider oft nach nur einem Mal tragen wegschmeißen. Die Kritik an Primark ist deshalb groß – auch in Stuttgart, wo am Dienstag eine zweite Filiale an der bekannten Königstraße eröffnete.

Kunden des Textildiscounters sollten ihre neu gekaufte Kleidung in einen Container werfen, schlugen die Initiatoren einer besonderen Protestaktion vor. Das „Kaufhaus Mitte“ und das Café „Mission Coffee“, beide wenige Gehminuten vom neuen Primark entfernt, hatten vor ihrer Tür den Container aufgestellt und wollen die gesammelte Ware an Bedürftige weitergeben. Der Kaufbetrag aller Stücke soll zudem an eine wohltätige Organisation gespendet werden.

Demonstranten protestieren in Stuttgart vor der neuen Primark-Filiale

Demonstranten protestieren in Stuttgart vor der neuen Primark-Filiale.

Quelle: dpa

Direkt vor der neuen Filiale protestierten knapp zehn Menschen mehrerer Gruppierungen für bessere Arbeitsbedingungen bei der Textilproduktion. „Es müssen gesetzliche Mindestmaßstäbe in der Kleidungsproduktion“, sagte Kinga Rudersdorf-Gyökössy von der Kampagne für Saubere Kleidung. In der Lieferkette müssten zudem Menschenrechte eingehalten werden, forderte Werner Schiffer vom Weltladen im Stuttgarter Stadtteil Botnang.

„Wir haben die gleichen Ziele wie die Protestler und können sie nur auffordern, sich mit uns zusammen zu setzen“, kommentierte ein Unternehmenssprecher. Primark bedauerte den fehlenden Dialog zwischen Aktivisten und Unternehmen. Die Vorwürfe der Kinderarbeit und Wegwerfmode seien dagegen „nicht haltbar und falsch“, hieß es.

Von RND/dpa/iro

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