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Prozess um totgeschütteltes Baby: Angeklagter bestreitet Tat

Prozesse Prozess um totgeschütteltes Baby: Angeklagter bestreitet Tat

Dieser Fall schockierte: Der einjährige Tayler stirbt kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres an den Folgen schwerster Misshandlungen. Sein angeklagter Stiefvater bestreitet vor Gericht jede Tatbeteiligung.

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Der Angeklagte Michael Q. im Gerichtssaal des Strafjustizgebäudes in Hamburg: Der Angeklagte bestreitet die Tat.

Quelle: Christian Charisius

Hamburg. Zum Prozessauftakt um den zu Tode geschüttelten einjährigen Tayler hat der Angeklagte die Tat vor dem Hamburger Landgericht bestritten. "Taylor war für mich wie ein eigener Sohn. Sein Tod bestürzt mich zutiefst", sagte der 27-jährige in einer Erklärung.

Ganz anders sieht die Staatsanwaltschaft den Fall: Der Vorwurf in der Anklageverlesung lautet Totschlag. Der ehemalige Lebensgefährte der Mutter soll das Baby am 12. Dezember vergangenen Jahres so heftig geschüttelt haben, dass der Junge eine Woche später an den Folgen starb.

Tayler hatte bei seiner Einlieferung ins Krankenhaus neben einem Schütteltrauma auch Blutungen in den Netzhäuten beider Augen und im Bereich beider Sehnerven, schwerste Hirnverletzungen sowie unzählige Hämatome am ganzen Körper. Gegen die 23-jährige Mutter war zunächst auch ermittelt worden, das Verfahren wurde jedoch vor Prozessbeginn wieder eingestellt. Am Freitag saß sie im Zuschauerraum. Sie sollte als Zeugin aussagen, erklärte aber bereits, von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen zu wollen.

Der Angeklagte sagte vor Gericht, er sei alleine mit dem Jungen in der Wohnung seiner Lebensgefährtin gewesen und habe mit ihm auf dem Sofa gelegen und Musik gehört. Danach sei er kurz aufgestanden, um den Geschirrspüler, der sich im selben Raum befindet, auszuräumen. Er habe dabei den Jungen die ganze Zeit im Blick gehabt. "Plötzlich hörte ich seine Schnappatmung. Ich lief sofort zu ihm und nahm in auf den Arm", beteuerte der Mann. An Taylers Wange habe er zudem Speichel mit Blut entdeckt und der Junge habe stark gekrampft.

Statt den Rettungswagen zu alarmieren, rief der Angeklagte nach eigener Aussage jedoch zunächst seine Freundin an und wartete, bis diese zu Hause war. Erst dann verständigte er die Einsatzkräfte. "Deswegen mache ich mir heute noch Vorwürfe."

Die Vorsitzende Richterin zeigte sich nach der Aussage des Angeklagten sichtlich skeptisch: "Sie haben sich nach der Einlieferung ins Krankenhaus sechs Tage lang nicht nach Taylers Zustand erkundigt, dabei sagten Sie doch, er sei für Sie wie ein eigener Sohn gewesen."

Am kommenden Montag wird die Befragung des Angeklagten fortgeführt und eine Vernehmungsbeamtin als Zeugin befragt. Der 24-Jährige sitzt seit dem 21. April dieses Jahres in Untersuchungshaft.

dpa

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