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Panorama Peter Madsen streitet Mord an Kim Wall ab
Nachrichten Panorama Peter Madsen streitet Mord an Kim Wall ab
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17:27 08.03.2018
In Kopenhagen begann am Vormittag der Prozess gegen Peter Madsen. Ihm wird der Mord an der Journalistin Kim Wall vorgeworfen. Quelle: imago/ritzau
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Kopenhagen

Der Tod der schwedischen Journalistin Kim Wall bei einer U-Boot-Fahrt steht seit Donnerstagvormittag im Mittelpunkt eines Mordprozesses in Kopenhagen. Angeklagt ist der dänische U-Boot-Bauer und Erfinder Peter Madsen. Der 47-Jährige soll die junge Journalistin an Bord seines Bootes gefoltert und getötet haben. Er selbst bestreitet bislang einen Mord. Der Prozess soll bis zum 25. April dauern. Mehr als 30 Zeugen sollen gehört werden.

Die 30 Jahre alte Reporterin Wall hatte Madsen am 10. August vergangenen Jahres für eine Recherche auf das U-Boot begleitet. Zusammen waren sie auf Tauchfahrt gegangen. Am nächsten Morgen sank das U-Boot, Madsen wurde aus dem Wasser gezogen - doch Wall blieb verschwunden. Ihre Leiche fand man noch Wochen später in Einzelteilen im Meer: Erst Kopf und Torso, dann Beine, als Letztes den zweiten Arm.

Staatsanwaltschaft geht von geplantem Mord aus

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Madsen einen Mord an Bord des U-Bootes plante. Er habe eine Säge, Messer und spitze Schraubenzieher mitgenommen. Dann habe er die junge Frau gefesselt, gefoltert, auf sie eingestochen und sie schwer am Unterleib verletzt. Die Anklage lautet deshalb auf Mord und Missbrauch. Gefordert werden eine lebenslange Haft oder Sicherungsverwahrung. Zu einem möglichen Motiv macht die Anklageschrift keine Angaben.

Zum Prozessauftakt am Donnerstag bekannte sich Madsen lediglich schuldig, die Leiche der jungen Frau zerteilt und über Bord geworfen zu haben. Kim Walls Tod sei ein Unfall gewesen, betonte der dänische Erfinder. Auch zum Vorwurf des sexuellen Missbrauchs plädiere er auf unschuldig, sagte seine Anwältin am Donnerstag vor Gericht in Kopenhagen. Zum Ablauf präsentierte er der Polizei verschiedene Versionen: Die junge Frau habe einen schweren Lukendeckel auf den Kopf bekommen, sagte er zunächst. Dann behauptete er, sie sei im Inneren des Bootes erstickt.

Die Erklärung des mordverdächtigen dänischen Erfinders zur Todesursache geriet vor Gericht ins Wanken. Der 47-Jährige hatte zuletzt gesagt, die junge Frau könne im Inneren des U-Bootes an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben sein. Technische Gutachter hielten es zwar für möglich, dass sich plötzlich Kohlenmonoxid im Boot gebildet habe, sagte Staatsanwalt Jakob Buch-Jepsen am Donnerstag vor Gericht. Doch zugleich hätte sich das U-Boot dann rasant und gewaltig aufgewärmt, was an der Leiche Spuren hätte hinterlassen müssen.

„Ich lebe übrigens noch“

Vor ihrem Tod hat Kim Wall hat vor ihrem Tod auf dem U-Boot des dänischen Erfinders Peter Madsen eine letzte SMS geschickt. „Ich lebe übrigens noch - aber wir gehen runter! Ich liebe dich!!!!!! Er hat Kaffee und Kekse mitgebracht“, schrieb sie am Abend des 10. August auf Englisch an ihren Freund. Die SMS wurde zum Prozessauftakt am Donnerstag im Kopenhagener Gericht gezeigt. Etwa eine Viertelstunde danach sei ihr Telefon noch einmal kurz ins Internet gegangen. Das sei das letzte Lebenszeichen der 30-Jährigen gewesen, sagte Staatsanwalt Jakob Buch-Jepsen.

Von RND/dpa

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