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Panorama „Puff-König“: Ehemaliger Bordell-Chef muss fünf Jahre ins Gefängnis
Nachrichten Panorama „Puff-König“: Ehemaliger Bordell-Chef muss fünf Jahre ins Gefängnis
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11:34 27.02.2019
Verurteilt: Der ehemalige Bordell-Chef. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
Stuttgart

Der ehemalige Chef der Bordellkette „Paradise“ ist zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Stuttgart sprach ihn am Mittwoch der Beihilfe zum Menschenhandel, der Zuhälterei und des Betrugs schuldig. Der Presse- und Marketingchef des Rotlichtbetriebs bekam eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten. Ein dritter Angeklagter, ein steuerlicher Berater, wurde wegen Beihilfe zum Betrug zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt.

Nach außen arbeiteten die Betreiber am Image eines sauberen, ehrlichen Vorzeigebordells. Doch laut dem Vorsitzenden Richter hatten die Gruppen Hells Angels und United Tribuns dem Großbordell in Leinfelden-Echterdingen (Kreis Esslingen) die Prostituierten zugeführt. Die Frauen wurden von ihren Zuhältern in vielen Fällen bedroht, geschlagen und erniedrigt. So sollten die teils unter 21 Jahre alten Prostituierten gefügig gemacht werden.

2008 hatte der Hauptangeklagte sein erstes Rotlichthaus vor den Toren Stuttgarts eröffnet. Es folgten Bordelle in Frankfurt, Saarbrücken und Graz. Über Jahre hinweg propagierte er medienwirksam eine angeblich ehrliche und saubere Prostitution, war als „Puff-König“ bekannt geworden. Die Frauen waren nach seinen Angaben selbstständig. Laut Anklage hatten aber die Gruppen Hells Angels und United Tribuns das Sagen, die Frauen anschaffen ließen und dann abkassierten. Zudem hätten dort auch Frauen unter 21 Jahren als Prostituierte gearbeitet.

Von RND/dpa