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Panorama Qualmendes Samsung-Handy stoppt Flugzeug
Nachrichten Panorama Qualmendes Samsung-Handy stoppt Flugzeug
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10:46 06.10.2016
Ein überhitztes Smartphone hat in den USA den Start eines Flugzeugs verhindert.  Quelle: dpa
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Chicago

 Kurz vor dem Start ist in den USA ein Flugzeug wegen eines überhitzten Smartphones evakuiert worden. Das Samsung Galaxy Note 7 eines Passagiers habe offenbar Feuer gefangen, teilte die Fluglinie Southwest Airlines am Mittwoch mit.

Von den 75 Menschen an Bord, darunter auch die Crew, wurde niemand verletzt. Sie konnten die Maschine demnach ohne Probleme verlassen. Der Vorfall ereignete sich auf dem Flughafen von Louisville im Bundesstaat Kentucky. Der Flug nach Baltimore wurde gestrichen

Smartphone brennt sich durch den Teppich

Besonders unangenehm für Samsung: Bei dem Gerät, das in Flammen aufging, soll es sich dem Besitzer zufolge um ein neues Smartphone handeln, das er im Zuge der Pannenserie durch Überhitzung vom Hersteller erhalten habe.

Der betroffene Passagier erzählte dem Lokalsender Wave 3, die Besatzung habe alle Fluggäste mit einem Note 7 darum gebeten, die Geräte auszuschalten. Er habe das getan und das Handy in seine Hosentasche gesteckt. Wenige Sekunden später habe er einen Knall gehört und Rauch bemerkt. „Es war elektronischer Rauch - ein braunes, grün-graues, echt hässliches Zeug - und er kam ziemlich dicht aus dem Gerät heraus“, sagte der Mann. Er habe das Smartphone auf den Boden geworfen, und es habe sich durch den Teppich gebrannt.

Die US-Flugaufsicht FAA hatte bereits am 8. September den Betrieb von Note-7-Geräten an Bord untersagt. Die europäische Luftfahrtbehörde EASA zog einen Tag später mit einer ähnlichen Anweisung nach. Danach dürfen Passagiere und Crew-Mitglieder ihre Note-7–Geräte an Bord weder anmachen noch laden. Sie dürfen auch nicht in aufgegebenem Gepäck verstaut werden.

Mehr als 90 Fälle – allein in den USA

Zum aktuellen Fall des qualmenden Galaxy Note 7 hält sich Samsung noch zurück. Eine Sprecherin erklärte auf Nachfrage, dazu noch keine Angaben machen zu können, weil das Gerät noch nicht geborgen sei. Man arbeite mit der Airline und den Behörden zusammen, um das Smartphone untersuchen zu können.

Anfang September hatte Samsung nach zahlreichen Zwischenfällen die Brandgefahr infolge von Akku-Problemen bei dem Phablet - einer Mischung aus Smartphone und Tablet-Computer - eingeräumt und eine weltweite Austausch-Aktion angekündigt.

Nach Angaben der US-Verbraucherschutzbehörde CPSC von Mitte September wurden allein in den USA 92 Fälle gemeldet, in denen sich ein Note 7 überhitzt hatte.

Erst vor wenigen Tagen brachte der Konzern das Modell in Südkorea wieder auf den Markt. In Europa soll der Verkauf am 28. Oktober starten.

Von afp/dpa/RND/zys

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