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Panorama Restaurant verbietet AfD-Mitgliedern den Zutritt
Nachrichten Panorama Restaurant verbietet AfD-Mitgliedern den Zutritt
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13:22 26.11.2016
Kein Zutritt: In Berlin hat ein Gastwirt einen AfD-Verbots-Aufkleber an den Eingang seines Restaurants geklebt. Quelle: Paul Zinken
Berlin

Das Schild mit den durchgestrichenen AfD-Buchstaben klebt am Eingang des Restaurants „Nobelhart & Schmutzig“ in Kreuzberg. Die Aktion löste heftige Reaktionen in den sozialen Medien aus. Die Meinungen reichen von Verständnis bis hin zur Frage, wie Gastwirt Billy Wagner im Falle der AfD wissen wolle, welche politische Einstellung seine Restaurantgäste haben.

Der Eigentümer mag Provokationen. Im Schaufenster hängt ein T-Shirt mit der Aufschrift: „Who the fuck is Paul Bocuse?“ – ein wenig schmeichelhafter Hinweis auf den französischen Meisterkoch. Das AfD-Verbotsschild hatte er auf seiner Facebookseite beworben. „Endlich ist er da. Ei neuer Aufkleber...“, schrieb Billy Wagner. Während seine Facebook-Beiträge sonst nur wenige Reaktionen hervorrufen, wurde dieser Eintrag bereits mehr als 550 Mal geteilt und als 760 Mal kommentiert. Darunter waren sehr viele Kritiker: Einige Beispiel.

  • „Wir waren schon einige Male bei Euch und haben uns stets wohlgefühlt“, schrieb jemand, „nach einer solchen Aktion werden wir aber von weiteren Besuchen vorerst Abstand nehmen und unser Geld lieber dort ausgeben, wo man nicht auf Intoleranz als Markenzeichen setzt.“
  • „Wer anders denkende Menschen ausschließt, verhindert Gedankenaustausch und fördert die Polarisierung. Ich wähle nicht die AfD, aber in so ein Lokal würde ich nicht gehen weil hier das Grundrecht einer Demokratie mit Füßen getreten wird. “
  • „Soso, eine demokratisch wählbare Partei hat bei euch Hausverbot. Hört sich nach ‚Kauft nicht bei Juden’ an.“
  • „Der Aufkleber spricht nicht gerade für das Demokratieverständnis des Restaurants. Man muss die AfD nicht mögen, und ja, sie ist auch rechts bzw. rechtskonservativ. Sie steht aber auf dem Boden des GG und ist eine demokratische Partei.“
  • „Ist man intolerant, wenn man die Intoleranz nicht toleriert?“

Von dpa/RND/wer

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