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Rocker in Berlin erschossen - Neue Fehde in der Szene?

Kriminalität Rocker in Berlin erschossen - Neue Fehde in der Szene?

Neuere Rockerclubs machen den eingesessenen Gruppen ihre Vorherrschaft streitig. Immer wieder kommt es zu Gewalt zwischen verfeindeten kriminellen Banden - auch zu Toten, wie jetzt in Berlin.

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Ein Polizist sichert den Tatort ab. Foto: Paul Zinken

Berlin. Auf einer Straße in Berlin ist ein Rocker erschossen worden. Der 28-Jährige konnte sich noch schwer verletzt auf den Hof einer naheliegenden Werkstatt schleppen, wo er kurz darauf starb, wie die Polizei mitteilte.

Das Opfer gehörte zu der neueren Rockerbande Guerilla Nation. Das habe eine Überprüfung der Personalien ergeben, sagte eine Polizeisprecherin. Der oder die Täter flohen. Beobachtungen von Zeugen gab es nicht.

Ob der Mord von Mitgliedern einer anderen Rockerbande verübt wurde, ermittelt nun die Polizei. Ähnliche Taten in der Vergangenheit waren oft Racheakte für frühere Beleidigungen oder lösten wiederum Racheangriffe verfeindeter Gangs aus.

In der Nähe des Tatorts in Berlin-Lichtenberg liegt ein Clubhaus des Rockerclubs Guerilla Nation, der nach Einschätzung der Polizei seit seiner Gründung vor ein oder zwei Jahren zunehmend Mitglieder gewinnt.

Der Angriff ereignete sich um kurz nach 13.00 Uhr. Zeugen hörten mehrere Schüsse in der schmalen Straße, die fast versteckt parallel zur S-Bahn zwischen den Bahnhöfen Frankfurter Allee und Ostkreuz verläuft.

In der Nähe des Tatorts versammelten sich schnell Dutzende Rocker. Polizisten, die zum Teil mit Maschinenpistolen bewaffnet waren, sicherten das Gebiet. Einige Rocker wurden überprüft. Auch Kriminalpolizisten der LKA-Abteilungen, die für Rockerkriminalität zuständig sind, waren vor Ort. Ebenso eine Mordkommission, Kriminaltechniker, ein Staatsanwalt und Vertreter der Gerichtsmedizin.

Mit einem Metalldetektor suchten die Einsatzkräfte nach Patronenhülsen. Fundstellen wurden markiert und dokumentiert. Der Tote sollte obduziert werden.

Die Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen kriminellen Rockerbanden beschäftigen seit vielen Jahren die Polizei in ganz Deutschland. Im Mittelpunkt stehen oft die Hells Angels, die Geld mit Rauschgifthandel, Schutzgelderpressung und Frauenhandel verdienen. Bei den Rockerkriegen geht es um die Macht in bestimmten Revieren, aber auch um vermeintliche Ehrverletzung.

Neuere Rockerclubs wie Bandidos und Guerilla Nation, deren Mitglieder oft aus dem türkisch- oder arabischstämmigen Einwanderermilieu kommen, machen den eingesessenen Clubs ihre Vorherrschaft streitig.

dpa

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