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Panorama „Sailing Yacht A“ liegt vor Gibraltar fest
Nachrichten Panorama „Sailing Yacht A“ liegt vor Gibraltar fest
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17:23 19.02.2017
Die „Sailing Yacht A“ liegt vor Gibraltar fest. Quelle: Frank Behling
Gibraltar

Der Grund sind unbezahlte Rechnungen in einer Gesamthöhe von 15,29 Millionen Euro. Das berichten die „Kieler Nachrichten“ unter Berufung auf die Zeitung „Gibraltar Chronicle“. Dieses Geld hätte bis zum Auslaufen der Yacht am 5. Februar in Kiel überwiesen werden sollen. Es war der Tag, an dem das Schiff die German Naval Yard in Kiel verließ. Die Werft ist Teil der Nobiskrug-Gruppe. Bei den Außenständen handelt es sich nach der Meldung der Zeitung „ Gibraltar Chronicle“ um drei Posten. 9,8 Millionen Euro soll die Werft selbst bekommen. Darüber hinaus sind zwei Rechnungen über 2,9 und 2,6 Millionen Euro von Zulieferbetrieben ebenfalls noch offen.

Da bis zum 5. Februar kein Geld bei der Muttergesellschaft der German Naval Yards, der Nobiskrug-Gruppe, einging, beauftragte die Kieler Werft die renommierte Anwaltskanzlei Triay Stagnetto Neish in Gibraltar mit rechtlichen Schritten. Die für Schiffspfändungen bekannten Anwälte erreichten nur Stunden nach dem Anlegen des Seglers am Mittwoch vor dem Supreme Court einen Arrest gegen den eingetragenen Eigner des 142 Meter langen Schiffes, der Firma Valla Yachts Ltd auf den Bermudas. Diese Firma betreibt das Schiff im Auftrag des russischen Milliardärs Andrej Melnichenko.

„Sailing Yacht A“ darf nicht mehr auslaufen

Die „Sailing Yacht A“ musste nach der Treibstoffübernahme am Donnerstag einen Ankerplatz im Hoheitsbereich der „Admirality Marshals“ vor dem Affenfelsen ansteuern. Dieser Platz liegt in der Bucht im Zuständigkeitsbereich der Justiz von Gibraltar.

Das britische Überseegebiet ist nicht nur günstig für Treibstoffeinkäufe, es ist auch eine der ersten Adressen für Verkäufe, Pfändungen und Arreste von Schiffen aller Art. Auch das Traumschiff „Deutschland“ wurde 2014 dort aufgelegt und deren Verkauf dort 2015 vor dem Supreme Court abgewickelt. Die Verwaltung des Hafens von Gibraltar wirbt international sogar mit der schnellen und leistungsfähigen Justiz. „Wir haben einen sehr guten Admirality Marshal, der schon seit vielen Jahren in der Branche ist - so erreichen wir den höchstmöglichen Preis für das Schiff“, heißt es dort.

Fall wird Dienstag in Gibraltar verhandelt

Erleichtert wird das Pfändungsverfahren der Kieler Werft durch den Umstand, dass der Eigner der „Sailing Yacht A“ das Schiff noch vor dem Auslaufen aus Kiel vom deutschen Register in das Register der Bermuda Inseln übertragen ließ. Die Inselgruppe ist, wie auch Gibraltar, ein britisches Überseegebiet, was viele Formalitäten schneller klärt und Schiffe so leichter in die Kette gelegt werden können.

Wie es mit der „Sailing Yacht A“ weitergeht, wird sich erst am Dienstag klären, wenn es in Gibraltar eine Verhandlung in dem Fall gibt. Ein Sprecher des Eigners wies alle Vorwürfe von sich und zeigte sich von dem Vorgehen der Werft überrascht.

Von RND/Frank Behling/KN

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