Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Panorama Schlag gegen Kinderpornografie-Netzwerk im Darknet
Nachrichten Panorama Schlag gegen Kinderpornografie-Netzwerk im Darknet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:23 05.12.2018
Der Polizei ist ein Schlag gegen die Kinderpornografie gelungen. (Symbolfoto) Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Rampe

Fahndern in Mecklenburg-Vorpommern ist ein Schlag gegen ein international arbeitendes Kinderpornografie-Netzwerk gelungen. Ein Tatverdächtiger sei im russischen Nowotscherkassk ermittelt worden, mit der Prozesseröffnung sei in Kürze zu rechnen, teilte das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern am Mittwoch mit. Eine Auswertung der Beweismittel habe Hinweise auf mehrere Hundert Nutzer erbracht, die Zugriff auf rund 300.000 kinderpornografische Dateien hatten. Der Server sei inzwischen abgeschaltet.

Auf die Spur waren die Fahnder dank eines Tipps auf der vom LKA betriebenen Internetseite „Netzverweis“ gekommen. Dieser Hinweis habe monatelange Ermittlungen im Darknet, dem verborgenen Teil des Internets, ausgelöst. Die Ermittlungen führten zunächst zu einer skandinavischen Firma und dann zu dem russischen Tatverdächtigen. Über die Zentralstelle Kinderpornografie des BKA seien Kontakte zu russischen Kollegen in Moskau aufgenommen worden.

Kinderpornografie: Nutzer des Netzwerks weltweit ermittelt

Nach Angaben der Rostocker Staatsanwaltschaft konnten weitere Nutzer der Plattform in Großbritannien, den Niederlanden, den USA, Australien, Russland, China und insbesondere auch in Deutschland ermittelt werden. Der Erwerb und Besitz kinderpornografischer Schriften werde in Deutschland mit Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren bestraft.

„Netzverweis“ ist eine seit 2010 bestehende Internetseite, die sich gegen Kriminalität im Internet richtet. Schwerpunkte bilden nicht nur Kinder- und Jugendpornografie, sondern auch Cybercrime sowie Extremismus. Das LKA übernehme in Zusammenarbeit mit den Polizeidienststellen im Land die Bearbeitung der Hinweise.

Bundesweit seien seit 2012 stark steigende Zahlen im Bereich der Kinderpornografie zu verzeichnen. Die meisten Hinweise dazu erhalte das BKA aus den USA. Dort arbeite eine Organisation mit Providern zusammen, die Datenbestände und Datenverkehr permanent scannen. 2017 seien auf diesem Weg mehr als 35 000 Hinweise auf mögliche strafbare Handlungen in Deutschland eingegangen.

Von RND/dpa