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Panorama Schmetterling lässt sich von Trump nicht aufhalten
Nachrichten Panorama Schmetterling lässt sich von Trump nicht aufhalten
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08:08 17.03.2017
Monarchfalter in Mexico City. Quelle: EFE_FILE
Piedra Herrada

Dem Monarchfalter sind die Mauerpläne von US-Präsident Donald Trump ziemlich schnuppe. Jedes Jahr fliegt der schwarz-orangene Schmetterling von den Tannenwäldern im Zentrum von Mexiko über den Rio Grande hinweg bis zu den Großen Seen zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada. „Der Monarchfalter ist ein Symbol der Einigkeit und der Brüderlichkeit zwischen den USA, Kanada und Mexiko“, sagt die Biologin Gloria Tavera von der mexikanischen Umweltschutzbehörde.

Im Schutzgebiet Piedra Herrada an den Hängen des Nevado de Toluca westlich von Mexiko-Stadt herrscht auf 3200 Meter Höhe Aufbruchsstimmung. Tausende Monarchfalter schwirren zwischen den Bäumen umher und verdunkeln die Sonne. Die Schmetterlinge suchen nach Nektar, um sich auf ihre lange Reise vorzubereiten.

Eine Reise von mehr als 4000 Kilometern

In diesen Tagen verlassen sie ihr Winterquartier und treten den Flug Richtung Norden an. „Wenn die Temperatur steigt und die Luftfeuchtigkeit sinkt, wissen die Monarchfalter, dass es an der Zeit ist, loszufliegen“, sagt Försterin Doris Martínez.

Mehr als 4000 Kilometer legen die Monarchfalter bis zu ihrem Sommerquartier im Grenzgebiet zwischen den USA und Kanada zurück. „Sie machen sich Luftströmungen zunutze und segeln den größten Teil der Strecke“, sagt Biologin Tavera. Wie sich die Insekten auf der langen Reise orientieren, wird noch immer erforscht.

Um mehr über die Wanderungsbewegungen herauszufinden, markieren Wissenschaftler in den USA die Schmetterlinge. Kollegen in Mexiko suchen dann nach diesen markierten Tieren. Vor einigen Jahren brachten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell winzige Radio-Transmitter an Monarchfaltern an. Vom Flugzeug und vom Auto aus verfolgten sie die Tiere dann mit Hilfe des Signals.

„Die Monarchfalter wissen mehr über die Natur als wir“

Die Menschen im Winterquartier der Monarchfalter in Mexiko kennen die Wanderung der Schmetterlinge seit jeher und nutzen sie als Indikatoren für die Landwirtschaft. „Wenn die Monarchfalter wegfliegen, ist es Zeit für die Aussaat. Wenn sie wiederkommen, müssen wir die Ernte einbringen“, sagt Cecilia Aguilar. Die 36-Jährige führt in den Wintermonaten Touristen durch das Schutzgebiet. Wenn die Schmetterlinge Piedra Herrada verlassen, baut sie mit ihrer Familie Bohnen und Erbsen an.

„Die Monarchfalter wissen mehr über die Natur als wir“, sagt Aguilar. „Vor ein paar Tagen hat es hier heftig gehagelt. Wir haben beobachtet, dass sie sich bereits am Abend davor in den Bäumen zu großen Gruppen zusammengeschlossen haben, um sich zu schützen.“

An der Reise der Monarchfalter Richtung Norden sind mehrere Generationen beteiligt. Die Schmetterlinge, die in den Kiefer- und Tannenwälder der mexikanischen Bundesstaaten Michoacán und México überwintern, fliegen im März in den Norden von Mexiko. „In den Bundesstaaten Tamaulipas, Nuevo León und San Luis Potosí legen sie ihre Eier ab und sterben“, erklärt Försterin Martínez. Die nächsten Generation fliegen weiter nach Norden, bis sie die Großen Seen zwischen den USA und Kanada erreichen.

Schmetterlinge leiden unter Nahrungsmangel in den USA

Die Monarchfalter, die dann im Herbst Richtung Mexiko aufbrechen, gehören zur sogenannten Methusalem-Generation. Sie leben acht Monate, während ihre Nach- und Vorfahren nur etwa einen Monat alt werden. „Das ist das Wunder an diesem Wanderungsphänomen“, sagt Biologin Tavera. „Diese Schmetterlinge waren nie in Mexiko.“

Nachdem 2013 und 2014 nur sehr wenige Monarchfalter in das Winterquartier in Mexiko gekommen waren, erholt sich die Population derzeit wieder. Die Schmetterlinge leiden unter Nahrungsmangel in den USA, Abholzung in Mexiko und dem Klimawandel.

Wegen des massiven Einsatzes von Unkrautvernichtern in der Landwirtschaft gibt es in den USA beispielsweise immer weniger Seidenpflanzen. Die Gewächse sind die einzige Nahrungsquelle für die Larven des Monarchfalters.

Angesichts der politischen Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko seit dem Amtsantritt von US-Präsident Trump stehen die Monarchfalter aber auch für gute Nachbarschaft. Für den Schutz der Schmetterlinge arbeiten die beiden Länder und Kanada eng zusammen. Zahlreiche Behörden, Naturschutzverbände und die Zivilgesellschaft sind involviert. „Das ist ein Thema, das weit über Regierungshandeln hinausgeht“, sagt Biologin Tavera.

Von dpa/RND