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Panorama Singapur: Zehn Seeleute eines US-Zerstörers vermisst
Nachrichten Panorama Singapur: Zehn Seeleute eines US-Zerstörers vermisst
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07:33 21.08.2017
Die USS John S. McCain am 22. Januar 2017 auf Patrouille im Südchinesischen Meer. Quelle: AP
Singapur

Nach einer Kollision des Navy-Schiffs „USS John S. McCain“ mit einem Handelsschiff östlich von Singapur werden zehn Seeleute vermisst. Fünf weitere seien verletzt worden, teilte die US-Marine am Montag mit. Kleinflugzeuge und Hubschrauber seien nach dem Zusammenstoß im Einsatz, auch Schiffe der Küstenwache von Singapur unterstützten die Rettungsaktion. An Bord der „USS John S. McCain“ sind Lenkraketen, bei dem Handelsschiff namens „Alnic MC“ handelt es sich um einen Öl- und Chemiekalientanker.

Nach Angaben der US-Marine wurde der Zerstörer an der hinteren Backbordseite beschädigt. Zunächst hatte die siebte US-Flotte den Zusammenstoß gemeldet, die in Japan ansässig ist. Unklar war vorerst, ob es auch Verletzte oder Schäden an dem Tanker gab. Der Navy zufolge war die „USS John S. McCain“ auf dem Weg zu einem Routinebesuch nach Singapur. Standort des Schiffes ist der Hafen von Yokosuka in Japan. Es wurde im Jahr 1994 in den Dienst gestellt. Die Crew besteht aus 23 Offizieren, 24 Marineunteroffizieren und 291 Seeleuten, hieß es auf der Webseite der Navy.

Der Chef der malaysischen Marine twitterte, Schiffe und Flugzeuge der eigenen Truppen zu Hilfe geschickt zu haben, um nach den Vermissten zu suchen. Die Straße von Malakka, in deren Umfeld sich die Kollision ereignete, liegt zwischen Malaysia im Nordosten und Indonesien im Südwesten. Der Stadtstaat Singapur bildet die Spitze der Malaiischen Halbinsel. US-Senator John McCain erklärte, gemeinsam mit seiner Frau wolle er für die Seeleute an Bord des Zerstörers beten. Er sei dankbar für die Rettungskräfte. McCain ist ein Navy-Veteran, dessen Vater und Großvater für ihre Dienste im Zweiten Weltkrieg im Pazifik ausgezeichnet wurden. Die älteren McCains waren Admirale; das Schiff ist nach ihnen benannt. US-Präsident Donald Trump twitterte, seine Gedanken und Gebete seien mit den Crewmitgliedern. Reportern gegenüber sagte er, „das ist zu schlimm“.

Bei der Kollision handelt es sich um die zweite eines US-Marineschiffs im Pazifik innerhalb von zwei Monaten. Beim Zusammenstoß der „USS Fitzgerald“ mit einem Containerschiff in Gewässern vor der Küste Japans starben im Juni sieben Crewmitglieder. Der Kapitän der „Fitzgerald“ wurde vom Kommando freigestellt, andere Seeleute für Versäumnisse während ihres Dienstes bestraft, teilte die US-Marine in der vergangenen Woche mit. Eine Untersuchung, wie und warum das Schiff mit dem Container kollidierte, ist noch nicht vollständig abgeschlossen.

Von RND/AP