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Spätere Queen zeigt in Video Hitlergruß

Geschichte Spätere Queen zeigt in Video Hitlergruß

Ein Video der britischen Royals, in dem die Queen als kleines Mädchen den Hitlergruß zeigt, hat in Großbritannien gegensätzliche Reaktionen ausgelöst. Der Palast kritisierte die Veröffentlichung des 17 Sekunden langen Films durch das Boulevardblatt "Sun", es handele sich offensichtlich um private Aufnahmen.

London. n. Die spätere Königin Elizabeth II., heute 89, ist in dem Schwarz-Weiß-Film mit ihrer Schwester Margaret und ihrer Mutter und ihrem Onkel, dem späteren König Edward VIII., zu sehen, die ebenfalls den Arm in Richtung Kamera strecken.

Es sei "enttäuschend", dass der private Film "beschafft und auf diese Weise ausgeschlachtet wurde", sagte ein Sprecher des Palastes unmittelbar nach der Veröffentlichung in der Nacht zum Samstag. Das Video soll 1933 oder 1934 auf dem königlichen Landsitz Balmoral in Schottland entstanden sein und die spätere Königin im Alter von etwa sieben Jahren zeigen. Dass Edward, der 1936 für nur 325 Tage König war und dann abdankte, vom Faschismus fasziniert war, sagen viele Historiker schon lange. Ein Foto aus dem Jahr 1937 zeigt ihn mit seiner Frau Wallis Simpson, wie sie Adolf Hitler in München besuchen.

Das Verhalten Edwards rücke der Palast nicht gern in den Fokus und die Queen würde lieber nicht daran erinnert, kommentierte der Königshaus-Korrespondent der BBC, Peter Hunt: "Ein Mann, der kurz König war, und dessen Faszination für das nationalsozialistische Deutschland gut dokumentiert ist."

Königshaus-Biograf Hugo Vickers nahm Edward in Schutz: Er habe mit seinem Besuch bei dem deutschen Diktator zwar seine Familie und die Briten vor den Kopf gestoßen, aber die Absicht gehabt, einen weiteren Krieg zu verhindern. Die Mutter der Queen habe die Nazis gehasst und die Deutschen noch abgelehnt, als die Briten sich nach dem Krieg längst wieder mit ihnen versöhnt hätten. Sich über die Nazis lustig zu machen, sei durchaus üblich gewesen in den frühen 30er Jahren.

"Das Material schadet der königlichen Familie natürlich", sagte dagegen Graham Smith von der antimonarchistischen Gruppe Republic der Zeitung "Guardian". Die Royals hätten immer ihr "Märchen-Image" gepflegt, das über einen fragwürdigen familiären Hintergrund hinwegtäusche. Ein Verdacht, die Queen habe selbst mit den Nazis sympathisiert, lasse sich aus dem Video aber nicht ableiten, da sie ein Kind gewesen sei. Zahlreiche Kommentatoren riefen dazu auf, das Video im historischen Kontext zu sehen.

Die "Sun" betonte, die Veröffentlichung richte sich nicht gegen Elizabeth II. oder ihre Mutter, sie gäbe jedoch "faszinierende Einblicke" in das Weltbild Edwards. An das Video sei die Zeitung "auf legitime Art" gekommen, sagte der leitende "Sun"-Redakteur Stig Abell dem BBC Radio 4. Der frühere Pressesprecher der Queen Dickie Arbiter mutmaßte gegenüber Sky News, dass das Filmmaterial versehentlich mit harmlosen Aufnahmen herausgegeben worden sein könnte.

dpa

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