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Panorama Stulle mit Grille: Finnen testen Insektenbrot
Nachrichten Panorama Stulle mit Grille: Finnen testen Insektenbrot
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19:37 23.11.2017
Hmmmm, Heimchen: Die auch als Hausgrille bekannten Insekten bereichern neuerdings finnisches Brot. Quelle: dpa
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Helsinki

Die Kruste ist knusprig braun, der Teig saftig und luftig – an der neuen Brotsorte, die von heute an in finnischen Supermärkten verkauft wird, ist zunächst nichts Befremdliches. Aber die appetitlichen Laibe haben es in sich: Ein Brot enthält etwa 70 getrocknete und zu Pulver vermahlene Hausgrillen. Das Pulver werde dem Mehl zugesetzt und mache etwa drei Prozent des Brotgewichts aus, erklärt Markus Hellström, Leiter der Backsparte des Nahrungsmittelkonzerns Fazer, der das Brot herstellt.

Dass ausgerechnet in Finnland die ersten Insektenbrote feilgeboten werden, hat seinen Grund: Die Menschen im hohen Nordosten gelten als besonders aufgeschlossen gegenüber ungewohnten Nahrungsmitteln wie etwa Insekten. „Finnen sind bekannt dafür, dass sie bereit sind, Neues auszuprobieren“, erklärt Hellström.

Einer von Fazer in Auftrag gegebenen Umfrage zufolge zählten guter Geschmack und Frische zu den Hauptkriterien der Kunden für Brot. Was genau drin ist, schien hingegen nicht kaufentscheidend zu sein. Tatsächlich dürfte jemand, auf dessen Speiseplan Aalquappensuppe und Brennesselmilch stehen, von ein paar pulverisierten Grillen nicht so leicht zu erschrecken sein.

Gute Quelle für gesunde Fettsäuren

Grillenbrot, auf finnisch „Sirkkaleipä“, ist laut Fazer eine gute Proteinquelle. Zudem enthielten Insekten gesunde Fettsäuren, Kalzium, Eisen und Vitamin B12. Erst seit wenigen Wochen ist es in Finnland gesetzlich erlaubt, Insekten als Nahrungsmittel zu verkaufen.

Auch in der Schweiz, Belgien, Großbritannien, Dänemark und den Niederlanden finden sich bereits Produkte aus Grillen, Schrecken & Co in Supermarktregalen. Und wenn zum 1. Januar 2018 die EU-weite Novel-Food-Verordnung in Kraft tritt, dürfen auch in Deutschland Krabbeltiere zu Lebensmitteln verarbeitet werden. Also zusätzlich zu den Unglücklichen, die seit jeher zufällig in Teigen und Töpfen zu Nahrung wurden.

Von Stefanie Gollasch / RND

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