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Panorama Supermarkt verschenkt abgelaufene Lebensmittel, anstatt sie wegzuwerfen
Nachrichten Panorama Supermarkt verschenkt abgelaufene Lebensmittel, anstatt sie wegzuwerfen
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13:12 27.02.2019
In Regensburg verschenkt ein Supermarkt abgelaufene Lebensmittel an die Kunden, anstatt sie wegzuwerfen. Quelle: dpa/Symbol
Wenzenbach

Jede Woche ließ Raphael Dirnberger zwei Müllcontainer voll abgelaufener Lebensmittel von seinen Edeka-Filialen abholen – obwohl die meisten noch ohne Probleme hätten verzehrt werden können. Der 29-Jährige, der den Markt in dritter Generation führt, geht jetzt einen neuen Weg: Anstatt leicht lädiertes Obst oder zerbeulte Dosen wegzuwerfen, verschenkt er sie an seine Kunden.

„Ich verstehe nicht, warum das andere Kollegen nicht auch machen“, sagte Raphael Dirnberger, der die Edeka-Filialen in Wenzenbach und Bernhardswald (Landkreis Regensburg) führt, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Neben dem Ausgang der Märkte hat er Kisten aufgestellt, die „Lebensmittel Fair-Teiler“. Jeden Morgen werden sie von Dirnbergers Mitarbeitern mit Lebensmitteln befüllt, die nicht mehr verkauft werden können: nicht mehr ganz so knackiges Obst und Gemüse, abgelaufene Milchprodukte oder auch Tierfutter. „Es ist einfach mega einfach“, so Dirnberger.

Supermarkt spart mit verschenkten Lebensmitteln Kosten

Hinter seinem „Lebensmittel Fair-Teiler“ stecke nicht nur ein nachhaltiger, sondern auch ein wirtschaftlicher Gedanke. „Ich spare Kosten, wenn mir Kunden den sogenannten Müll abnehmen, der ja eigentlich noch keiner ist“, so Dirnberger. Den Gedanken seiner Kollegen, dass die Kunden weniger kaufen, wenn sie etwas geschenkt bekommen, kann der 29-Jährige nicht teilen: „Die Kunden bekommen etwas geschenkt und gehen mit einem guten Gefühl.“

Doch Dirnberger befindet sich mit seinen kostenlosen Lebensmitteln in einer rechtlichen Grauzone und fordert von der Politik eine klare Regelung. Denn wenn ein Kunde an den Lebensmittelspenden erkranken sollte, trägt Dirnberger das Risiko. „Hätten wir eine Rechtssicherheit, würden bestimmt mehr Kollegen mitziehen“, ist sich der Markt-Inhaber sicher.

Lebensmittel Fair-Teiler“ für Bundespreis nominiert

Die Aufmerksamkeit der Politik hat Dirnberger zumindest schon einmal: Mit seinem „Lebensmittel Fair-Teiler“ ist der 29-Jährige für den Bundespreis „Zu gut für die Tonne!“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft nominiert. Am 3. April wird der Preis durch Bundesministerin Julia Klöckner verliehen.

Auch Penny engagiert sich gegen Lebensmittelverschwendung

Vergangene Woche startete die Ministerin zusammen mit Penny die Kampagne „Kostbares retten“. Auf einer ganzen Reihe von Milchprodukten der Penny-Eigenmarken, von der Frischmilch über den Speisequark bis zum Naturjoghurt, soll künftig ein Aufdruck die Kunden ermuntern, sich nicht blind auf das Mindesthaltbarkeitsdatum zu verlassen. Stattdessen sollen sie selber probieren, ob das Produkt noch gut ist. „Kostbares Retten. Riechen. Probieren. Genießen. Auch häufig nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums“, ist auf den neuen Packungen in unmittelbarer Nähe der Haltbarkeitsangabe zu lesen.

Und auch Aldi Süd kämpft gegen die Wegwerfmentalität mancher Verbraucher. Seit Ende vergangenen Jahres versieht der Discounter bundesweit Milch und verschiedene Käseprodukte mit dem Aufdruck „Riech mich! Probier mich! Ich bin häufig länger gut“. Tests in rund 400 Filialen hätten zuvor ergeben, dass die „Kunden den Hinweis wahrnehmen und vor allem auch ihr Verhalten entsprechend anpassen“, berichtete Aldi-Managerin Julia Adou. Das Schwesterunternehmen Aldi Nord prüft derzeit eine ähnliche Initiative.

Von RND/mat/dpa

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