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Panorama Todesfahrt in Heidelberg: Tatverdächtiger schweigt
Nachrichten Panorama Todesfahrt in Heidelberg: Tatverdächtiger schweigt
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14:58 26.02.2017
Das Auto war am Bismarckplatz von der Straße in einen Fußgängerbereich gefahren. Das Fahrzeug kam an einem Pfosten zum Stehen. Quelle: imago
Heidelberg

Nach der tödlichen Autofahrt in eine Menschengruppe in Heidelberg sucht die Polizei nach dem Motiv des 35-jährigen Tatverdächtigen. In einer ersten Vernehmung habe er sich nicht zu den Vorwürfen geäußert, teilten die Ermittler am Sonntag mit. Gegen den Mann sei Haftbefehl erlassen worden. Ihm werden unter anderem Mord, versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung und versuchter Totschlag vorgeworfen. Nach Angaben der Polizei gibt es bisher keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund.

Die Hintergründe sind noch unklar, die Polizei sammelt Spuren: In Heidelberg ist ein Autofahrer in eine Personengruppe gefahren und mit einem Messer bewaffnet geflüchtet. Die Polizei stoppte ihn.

Der Mann soll am Sonnabend zwei Fußgänger verletzt und einen 73-jährigen getötet haben, wie die Polizei mitteilte. Nach der Tat flüchtete der Mann zu Fuß und mit einem Messer bewaffnet, Polizeibeamte streckten ihn mit einem Schuss nieder.

Polizist schießt Tatverdächtigem in den Bauch

Deshalb wird auch gegen den Schützen ermittelt. Nach einem Schusswaffengebrauch durch die Polizei finden solche Ermittlungen grundsätzlich statt, wie ein Polizeisprecher am Sonntag sagte. Der Tatverdächtige sei aber mehrmals aufgefordert worden, sein Messer wegzulegen, man habe auch erst Pfefferspray eingesetzt, bevor auf ihn geschossen wurde, teilte die Polizei mit. Ihre Angaben werden durch ein verifiziertes Video belegt, das auf Twitter zu sehen ist.

In dem Video sind mehrere Polizeifahrzeuge und Beamte zu sehen, die ihre Waffe auf den mutmaßlichen Täter richten. Der 35-Jährige ist auf der Aufnahme nicht zu sehen. Nach den Aufforderungen, die Waffe wegzulegen, ist ein Schuss zu hören. Der Tatverdächtige erlitt dabei einen Bauchschuss und wurde später operiert. Er ist laut Polizei nicht mehr in Lebensgefahr

Wann die Polizei die Waffe einsetzen darf

Polizisten dürfen ihre Waffen nur in Extremsituationen einsetzen. Gründe sind meist Notwehr oder der Schutz eines Bedrohten. Das Schießen ist im Ernstfall aber auch erlaubt, wenn schwere Verbrechen oder die Flucht eines gefährlichen Täters nicht anders verhindern werden können. Der Gebrauch der Waffe sollte angedroht oder ein Warnschuss abgefeuert werden.

Tatverdächtiger ist Student aus Heidelberg

Zur Identität des Mannes teilten die Ermittler mit, dass es sich um einen Deutschen ohne Migrationshintergrund handele. Er studiere und wohne in Heidelberg. Polizeilich sei er bislang nicht in Erscheinung getreten. Er liegt nach der Operation noch im Krankenhaus und werde von Polizisten bis zu seiner Verlegung in ein Gefängniskrankenhaus rund um die Uhr bewacht.

Das Auto war am Bismarckplatz, einem Hauptverkehrsplatz der Stadt am Eingang zur Fußgängerzone, von der Straße in einen Fußgängerbereich gefahren. Die Opfer wurden direkt vor einer Bäckerei angefahren, sagte ein Polizeisprecher. Das Fahrzeug kam an einem Pfosten zum Stehen. Danach stieg der Mann aus dem Wagen aus und flüchtete eine kurze Strecke zu Fuß, bevor er von Polizisten gestoppt wurde.

Die beiden verletzten Spaziergänger erlitten Prellungen und konnten nach ambulanter Behandlung das Krankenhaus wieder verlassen. Das teilte der Sprecher des österreichischen Außenministeriums, Thomas Schnöll, am Sonntag der Nachrichtenagentur APA mit. Bei dem Mann und der Frau handele es sich um Österreicher, die schon seit vielen Jahren in Heidelberg lebten, hieß es weiter.

Von dpa/RND/wer

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