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Panorama Tödliches Autorennen: Raser wegen Mordes verurteilt
Nachrichten Panorama Tödliches Autorennen: Raser wegen Mordes verurteilt
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11:38 27.02.2017
Prozess gegen zwei mutmaßliche Raser: Zwei Männer im Alter von 27 und 25 Jahren hatten in der Nacht zum 1. Februar 2016 einen schweren Unfall nahe dem Kaufhaus KaDeWe verursacht. Quelle: dpa
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Berlin

Rund ein Jahr nach einem illegalen Autorennen mit tödlichem Ausgang in der Berliner Innenstadt ist am Montag das Urteil über die beiden Fahrer gefallen. Sie erhielten lebenslange Gefängnisstrafen. Damit folgte das Landgericht den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Die Männer im Alter von 27 und 25 Jahren hatten in der Nacht zum 1. Februar 2016 einen schweren Unfall nahe dem Kaufhaus KaDeWe verursacht.

Wahrscheinlich erstes Urteil dieser Art

Einer der Fahrer rammte einen Jeep, dessen 69-jähriger Fahrer starb. Vor dem Landgericht waren sie wegen Mordes angeklagt. Das Urteil für diese Form der Raserei mit tödlichem Ausgang ist nach jetzigem Kenntnisstand bislang einmalig. Meist geht es in solchen Fällen nur um fahrlässige Tötung mit deutlich geringeren Strafen. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.

Die Verteidiger hatten dagegen Schuldsprüche wegen fahrlässiger Tötung für den einen Fahrer und wegen Gefährdung des Straßenverkehrs für den anderen gefordert. Sie argumentierten, der Vorsatz, an einem Rennen teilzunehmen, sei nicht mit einem Tötungsvorsatz gleichzusetzen. Ihnen würde „bei so einer Fahrt das Risiko nicht in den Sinn kommen“. Die Männer seien davon ausgegangen, alles unter Kontrolle zu haben.

Unfallort glich einem Trümmerfeld

Die beiden Raser überfuhren in der Nacht zum 1. Februar mehrere rote Ampeln. Auf einer Kreuzung der Tauentzienstraße rammte der 27-Jährige den Jeep. Für den standen die Ampeln auf Grün – der Wagen wurde durch den Aufprall 70 Meter weit über die Straße geschleudert. Das Auto des zweiten Fahrers knallte gegen einige Straßenbegrenzungen. Der Unfallort glich einem Trümmerfeld. Beide Raser wurde kaum verletzt. Bei Zusammenstoß fuhren sie etwa 160 Stundenkilometer schnell.

Einer der Angeklagten im Gerichtssaal: Zusammen mit einem Mitangeklagten soll er sich ein illegales Rennen auf dem Kudamm geliefert und einen Unfall mit einem unbeteiligten Fahrzeug verursacht haben. Dessen Fahrer starb. Quelle: dpa

Eine Verkehrspsychologin beschrieb im Prozess einen der Männer als Autofahrer, der „massiv selbstüberschätzend“ unterwegs gewesen sei. Bei dem Rennen sei es ihm darum gegangen, „zu gewinnen und dadurch sein Ego aufzuwerten“. Der Mann habe kein Bewusstsein für seine eigene Schuld. Zudem bestehe ein hohes Rückfallrisiko.

Von dpa/RND

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