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Panorama Tote Babys aus Duisburg sollen Zwillinge gewesen sein
Nachrichten Panorama Tote Babys aus Duisburg sollen Zwillinge gewesen sein
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15:58 03.12.2018
Polizeispürhund "Amigo" und ein Polizeihundeführer suchen nach Spuren an einen Altkleidercontainer. Quelle: Roland Weihrauch/dpa
Duisburg

Im Fall der beiden Babyleichen aus Duisburg wollen die Ermittler herausfinden, ob es sich um Zwillingsschwestern handelt. Dies liege nahe, sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Gewissheit soll eine Untersuchung der DNA des in Polen gefundenen Mädchens liefern.

Die Staatsanwaltschaft hofft, dass das für die Untersuchung nötige Gewebematerial noch in der laufenden Woche aus Polen eintrifft.

Vor gut zwei Wochen war in einer Altkleidersortieranlage in Polen die Leiche eines neugeborenen Mädchens entdeckt worden. Der Transport war aus Duisburg gekommen. Die Ermittler vermuten, dass das Baby in der Ruhrgebietsstadt in den Container gelegt wurde.

Hinweis aus der Bevölkerung

Die Polizei hatte kurz nach der Bekanntmachung des Falls vergangene Woche einen Hinweis auf eine Deutsche aus Duisburg bekommen. Bei einer Durchsuchung der Wohnung der 35-Jährigen wurde am Wochenende ein weiteres totes Baby, ebenfalls ein Mädchen, entdeckt.

Die Frau gab an, das Kind zur Welt gebracht zu haben, äußerte sich aber nicht zu dessen Tötung. Sie bestritt zudem, etwas mit dem toten Baby aus dem Altkleidercontainer zu tun zu haben. Ein Richter erließ Haftbefehl wegen Totschlags.

Die Frau wurde durch die Jugendhilfe der Stadt Duisburg betreut. Die Familie habe seit 2014 eine ambulante Familienhilfe, die mehrere Stunden in der Woche eingesetzt worden ist, teilte die Stadtverwaltung mit. Bereits Mitte September sei bei der Familienhilfe der Eindruck entstanden, dass die Frau schwanger sein könnte.

Frau bestritt Schwangerschaft

Darauf angesprochen, habe sie dies jedoch vehement verneint. Sowohl gegenüber ihren Eltern, mit denen sie in einem Haus wohnte, als auch gegenüber ihren Kindern habe sie eine Schwangerschaft bestritten.

Die Stadt betonte, dass das Jugendamt bei vermuteten Schwangerschaften nach geltender Rechtsprechung nur sehr begrenzte Handlungsmöglichkeiten habe. „Familiengerichtliche Maßnahmen sind nur in äußerst eingeschränktem Maße und nur bei einer nachweisbaren offensichtlichen Gefährdung des ungeborenen Kindes möglich“, hieß es.

Im Zusammenhang mit früheren Schwangerschaften habe die Frau jedoch kein kindesschädliches Verhalten gezeigt.

Tatverdächtige hat drei Kinder

Die Tatverdächtige hat nach Angaben von Staatsanwalt Alexander Bayer drei Kinder: Eine Tochter lebe bei ihr. Zwei jüngere Kinder seien in der Obhut des Jugendamtes. Die Frau habe einen festen Partner. Ob dieser ebenfalls in der Wohnung lebe, sei noch unklar.

Gegen ihn werde nicht ermittelt. „Die Gesamtsituation muss aufgeklärt werden“, sagte Bayer. Unter anderem soll ermittelt werden, wer von der Schwangerschaft wusste.

Von RND/dpa