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Panorama Trubel gibt’s immer: Berliner Sechslinge werden zehn
Nachrichten Panorama Trubel gibt’s immer: Berliner Sechslinge werden zehn
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13:50 09.07.2018
Die Sechslinge Rana (v.l.), Zehra, Esma, Adem, Ahmed, Zeynep aus Berlin stehen in ihrem Garten. Die Geschwister werden im Oktober zehn Jahre alt. Quelle: dpa
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Berlin

Früher hatte sie Angst vor der Vorstellung, Zwillinge zu bekommen. Heute wären sie für Roksana Temiz ein Kinderspiel: Als die Berlinerin 2008 gesunde Sechslinge zur Welt brachte, war das eine medizinische Sensation und in Deutschland die erste Geburt dieser Art seit 20 Jahren. Zeynep, Esma, Ahmed, Adem, Rana und Zehra werden im Oktober zehn Jahre alt. Und auch die Ehe von Roksana und Hikmet Temiz hält noch – eine echte Herausforderung bei insgesamt acht Kindern. „Sie sind unsere Aufgabe“, sagt die 34-jährige Mutter, die auch Tochter Meryem (14) und Sohn Malik-Mussa (8) zu ihrer Kinderschar zählt.

Ihre 115 Quadratmeter in Berlin-Britz haben sie im April gegen ein 140-Quadratmeter-Haus in Lichtenrade getauscht – noch immer nicht übermäßig viel Fläche. „Aber wir haben jetzt auch einen großen Garten“, freut sich Roksana Temiz.

Roksana Temiz ist Mutter von Sechslingen sowie zweier weiterer Kinder. Die Sechslinge werden im Oktober 10 Jahre alt. Quelle: dpa

Stress? Chaos? Die Achtfachmutter hat Familie und Haushalt augenscheinlich im Griff. „Wir Frauen können alles gut kaschieren“, sagt die konvertierte Muslimin schmunzelnd und steckt mit geübtem Griff ihr Kopftuch noch einmal fest. „Ordnung und Struktur sind das Wichtigste“, sagt sie. Nur so gelinge es, alles am Laufen zu halten.

Kochen für die Sechslinge ist unproblematisch

Trotz kaputter Waschmaschine achtet sie darauf, dass die Wäscheberge nicht überhand nehmen. „Ich bin gerade Stammkundin in einem Waschsalon, wo ich auch schon mal die 16-Kilo-Maschine nutze.“ Auch ein großer Esstisch fehlt noch, aber irgendwie funktionierten die gemeinsamen Mahlzeiten trotzdem, so die Mutter. Das Kochen für Zehn sei unproblematisch. „Die Kinder essen zum Glück alles, Extrawürste gibt es nicht“, so Temiz.

„Je größer, desto besser organisiert sind Familien meistens“, weiß Jana Ćuvrk vom „ABC-Club“. Der Verein unterstützt bundesweit Familien mit Mehrlingen ab Drillingen aufwärts und zeigt ihnen, wo sie Hilfen bekommen können. Roksana Temiz und ihr türkischstämmiger Mann hätten sich auch mehr Hilfe gewünscht. Andere Sechslingseltern zum Austausch gab es nicht. „Heute fühle ich mich so wie ein Coach und gebe Mehrlingsmüttern gern Tipps“, sagt Temiz. Bei Instagram veröffentlicht sie unter „berliner_sechslinge“ für mehr als 40.000 Abonnenten Bilder, steht im Austausch mit anderen Müttern, bekommt Lob und Anerkennung.

Familienglück: Die Geschwister Zehra (v.l.), Esma, Ahmed, Rana, Malik-Musa, Adem, Zeynep und Meryem sitzen in ihrem Spielzimmer in Berlin um ihre Mutter Roksana Temiz. Quelle: dpa

Sechslinge sind vor allem eine psychische Herausforderung

„Früher war das Wickeln, Füttern, An- und Ausziehen Fließbandarbeit, die eher körperlich anstrengend war“, erzählt sie. Jetzt seien die Kinder eher eine psychische Herausforderung. „Alle sind ganz unterschiedliche Charaktere und streiten sich wie andere Kinder auch – gern und viel“, so Temiz. Das Hauptthema sei gerade die Schule. Da die Kinder Frühchen seien, bräuchten sie für verschiedene Dinge länger. Ihre geistige Entwicklung sei aber insgesamt in der Norm.

Sechslinge haben Mutter und Vater noch enger zusammengeschweißt

Eine Ärztin empfahl, einige der Föten im Bauch zu töten, um andere zu retten. „Ich hätte das nicht übers Herz gebracht“, so Temiz, die sich zuvor einer Hormonbehandlung unterzogen hatte. Ein Arzt an der Charité habe ihr auch die Möglichkeit genannt, dass die Kinder auch gesund sein können. „Wenn ich ihn heute noch treffe, fragt er aber zuerst nach meiner Ehe“, erzählt Temiz lachend. Während viele Beziehungen schon nach einem oder dem zweiten Kind zerbrächen, hätten die Sechslinge sie und ihren Mann näher zusammengeschweißt. Hikmet gab seinen Job als Entrümpler nach der Geburt auf, um zu helfen.

Roksana Temiz hofft, dass ihre Kinder durch einen Wechsel von einer Ganztags- in eine Halbtagsschule abwechselnd früher nach Hause kommen und die Zeit mit den Eltern genießen können, während die anderen im Hort sind. „Und sie können einfach ein paar Stunden in Ruhe zu Hause sein und runterkommen. Das ist sonst einfach nicht möglich“, sagt die Mutter.

Von RND/dpa

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