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Panorama Busfahrer tötet sich und 25 Passagiere
Nachrichten Panorama Busfahrer tötet sich und 25 Passagiere
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00:41 13.09.2016
Der Bus war auf dem Weg zum Flughafen, als er in eine Leitplanke fuhr.  Quelle: YAN CHENG/BAO LIAO COMMUNE
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Taipeh

 Mehrere Wochen nach dem schweren Busunglück in Taiwan meinen die Ermittler zu wissen, warum damals 26 Menschen starben. Wie die taiwanische Staatsanwaltschaft am Sonnabend mitteilte, zündete der Fahrer den Bus an, und daraufhin sei der Wagen brennend auf einer Schnellstraße in eine Leitplanke gefahren.

Das Unglück hatte sich Mitte Juli ereignet. Der Reisebus sollte chinesische Touristen zum Taoyuan-Flughafen der Hauptstadt Taipeh bringen. Aber auf einer Autobahn im Norden des Landes kollidierte das Fahrzeug mit den Leitplanken. Als die Rettungskräfte eintrafen, stand der Wagen in Flammen. Die Behörden leiteten sofort eine Ermittlung ein. Zunächst gingen sie von einem technischen Defekt aus.

Passagiere konnten nicht entkommen

Aber jetzt sagen die Ermittler: Der Busfahrer habe Suizid begangen, indem er Benzin über den Fahrersitz und den Gang gegossen und dieses angezündet habe, erklärte die Staatsanwaltschaft. Dann habe er das Lenkrad herumgerissen und sei mit dem Bus in die Leitplanken gefahren.

Die Notausgänge seien verschlossen gewesen – der Bus sei für die Insassen zur tödlichen Falle geworden, berichtete die BBC unter Berufung auf die Ermittler. Der Mann hatte 24 Touristen aus der Volksrepublik China – 15 Frauen, sechs Männer und drei Kinder – an Bord. Außer den Urlaubern und dem Busfahrer kam auch der taiwanische Reiseleiter ums Leben.

Familie flehte Busfahrer an

Die Ermittler fanden auf dem Handy des Busfahrers Mitschnitte von Telefongesprächen zwischen ihm und seiner Familie. Seine Angehörigen flehten ihn darin an, sich nicht das Leben zu nehmen, und erinnerten ihn an seine drei Kinder. Laut Staatsanwaltschaft waren gegen den Fahrer Strafverfahren eingeleitet worden wegen Handgreiflichkeiten und wegen sexueller Belästigung. In beiden Fällen war er betrunken gewesen.

Wie der „Spiegel“ unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AP schrieb, soll die Schwester den Busfahrer noch angefleht haben:„Liebst du die drei Kinder in deiner Familie nicht? Beschäme sie nicht. Wenn du das tust, wird es uns alle beschämen“, schrieb sie ihm auf das Handy. Vergeblich.

Von afp/RND/wer

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