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Usutu-Virus tötet Vögel deutschlandweit - Viele Fälle im Raum Leipzig

Zahlreiche Fälle in Sachsen, Berlin und Niedersachsen Usutu-Virus tötet Vögel deutschlandweit - Viele Fälle im Raum Leipzig

Der Usutu-Virus breitet sich wieder in Deutschland aus. Vor allem Amseln sterben daran. Allein in den vergangenen zwei Wochen wurden mehr als 600 tote Vögel gemeldet. Auch aus dem Raum Leipzig kommen viele Meldungen.

In ganz Deutschland sterben Vögel am sogenannten Usutu-Virus.
 

Quelle: dpa

Hamburg/Speyer.  In Deutschland gibt es wieder ein Vogelsterben, das durch das Usutu-Virus ausgelöst worden ist. Das teilte der Naturschutzbund (Nabu) am Freitag mit. Allein in den vergangenen zwei Wochen seien ihm 611 kranke und tote Tiere gemeldet worden. Im Vergleich zu den Vorjahren handle es sich um „eine bemerkenswert große Zahl“.

Vor allem Amseln seien betroffen. Die meisten Hinweise seien aus Nordrhein-Westfalen gekommen, teilte der Nabu mit. „Hinzu kommen Meldungen besonders aus dem Raum Leipzig und aus Berlin sowie aus dem Norden Niedersachsens und aus Schleswig-Holstein“, sagte NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. Das Virus zeige eine „sehr starke Aktivität“ und trete „besonders weitflächig“ auf, erklärte Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg.

Vor fünf Jahren gab es durch das Virus erstmals ein Massensterben von Amseln und anderen Vogelarten wie Staren, Eisvögeln und Sperlingen, damals vor allem in Baden-Württemberg, dem Saarland und in Rheinland-Pfalz. Dort führte der Erreger nach Angaben des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) zu einem Bestandseinbruch bei Amseln.

Virus ist auf den Menschen übertragbar

Ursprünglich stammt das Virus aus Südafrika. Durch Mücken ist es auch auf den Menschen übertragbar, aber in den meisten Fällen nicht gefährlich. Er habe die Unikliniken über die große Verbreitung und die hohe Aktivität informiert, sagte Schmidt-Chanasit. Diese schauten nun intensiv nach Verdachtsfällen

 Im Südwesten Deutschlands ist die Zahl der gemeldeten Fälle bisher geringer als in früheren Jahren. „Das kann ein erstes Anzeichen dafür sein, dass die Amseln Antikörper gebildet haben“, sagte Schmidt-Chanasit. Auch in Österreich seien die Vögel immun geworden – dort wurde der Virus europaweit im Jahr 2001 erstmals nachgewiesen.

Norbert Becker, Biologe bei der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) mit Sitz in Speyer, spricht von „Herdenimmunität“. „Diejenigen, die schon eine gewisse Resistenz haben, überleben jetzt.“ Dort hingegen, wo das Virus in den Vorjahren noch nicht so gewütet habe, stürben nun mehr Tiere.

Von dpa/RND/wer

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