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Verkehrsministerium lehnt Fahrtests für Senioren ab

Verkehr Verkehrsministerium lehnt Fahrtests für Senioren ab

Die Rufe nach einem Pflicht-Test für ältere Autofahrer werden lauter. Die Quote der Unfallverursacher ist bei Senioren höher als bei Fahranfängern. Doch die Bundesregierung sieht keinen Handlungsbedarf.

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Eine 84-Jährige am Steuer ihres Wagens. Das Verkehrsministerium hat generellen Fahrtests für ältere Autofahrer eine Absage erteilt.

Quelle: Felix Kästle/Illustration

Berlin. Das Bundesverkehrsministerium erteilt generellen Fahrtests für ältere Autofahrer eine Absage. "Pflicht-Tests für Senioren am Steuer wird es nicht geben", teilte das Ministerium mit.

"Wir setzen auf Freiwilligkeit und wollen die Autofahrer nicht bevormunden." Die Grünen hatten zuvor verpflichtende Tests für Fahrer über 75 gefordert. Von diesem Alter an nehme die Unfallhäufigkeit signifikant zu. Freiwillige Fahreignungs-Tests für Senioren werden bereits seit Jahren angeboten.

Nach Rückmeldefahrten könne auf Stärken und Schwächen beim Autofahren eingegangen und es könnten "Empfehlungen für das Mobilitätsverhalten ausgesprochen" werden, hatte zuvor Stephan Kühn, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, den "Ruhr Nachrichten" gesagt. "Am Ende der Testfahrt soll also nicht der Entzug der Fahrerlaubnis stehen, sondern vielmehr, dass die Menschen mit Tipps von Fachleuten länger mobil bleiben können."

Unfallforscher forderten vor dem Verkehrsgerichtstag, der am Mittwoch in Goslar beginnt, ebenfalls eine gesetzliche Verpflichtung für ältere Autofahrer zu Testfahrten mit geschulten Beobachtern. Solche Überprüfungen seien aufschlussreicher als medizinische Tests - und Handlungsbedarf gebe es, weil die Zahl älterer Fahrer wegen der demografischen Entwicklung stark zunehmen werde, hieß es von der Unfallforschung der Versicherer (UDV).

"Wenn Senioren über 75 Jahren in Unfälle verwickelt sind, haben sie diese zu rund 75 Prozent selbst verursacht", sagte der Leiter der UDV, Siegfried Brockmann. Die Quote liege damit höher als bei der Hochrisikogruppe der 18- bis 24-Jährigen.

Lieber sicher als mobil - das dachte sich wohl auch ein 92-Jähriger im Breisgau, der seinen Führerschein nach einem Verkehrsunfall am Montag bei der Polizei abgab. Der Mann hatte an einer Einmündung einen anderen Wagen übersehen, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Obwohl nur ein Blechschaden entstand, nahm der 92-Jährige das zum Anlass, nicht mehr selbst fahren zu wollen.

dpa

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