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Panorama Verspätung wegen Schlaganfalls – Passagiere meckern
Nachrichten Panorama Verspätung wegen Schlaganfalls – Passagiere meckern
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06:28 12.12.2016
Eine Maschine der Fluggesellschaft Condor musste wegen eines medizinischen Notfalls eine ungeplante Zwischenlandung einlegen. Einige Passagiere hatten dafür kein Verständnis Quelle: dpa / Symbolbild
München/Frankfurt

Weil ein Passagier einen Schlaganfall hatte, hat ein Flugzeug auf dem Weg von München in die Dominikanische Republik eine ungeplante Zwischenlandung eingelegt. Einige Fluggäste zeigten jedoch wenig Verständnis für den Stopp auf der kanadischen Insel Neufundland, wie ein Sprecher der Fluggesellschaft Condor in Frankfurt bestätigte. Sie beschwerten sich demnach beim Personal über die Verspätung.

Der Facebook-Post einer Mitarbeiterin des Bayerischen Rundfunks (BR), die an Bord war und ihre Erschütterung über diese Reaktion äußerte, sorgte am Wochenende in den sozialen Medien für Aufsehen. Was sich an Bord der Maschine abgespielt habe, „ist so ziemlich das beschämendste und menschenunwürdigste, was ist seit langem erlebt habe“, schrieb die Frau. Mehrere Passagiere hätten sich beschwert. Die Crew habe mehrmals versucht, die Fluggäste zu beruhigen. „Ich weiß nicht, was das für Menschen sind, denen ein paar Stunden im Urlaub wichtiger sind als das Leben einer Person.“

Flugzeug landete mit Verspätung in Punta Cana

Der Notfall ereignete sich bereits am Dienstag: Der Pilot fragte den Condor-Angaben zufolge mit einer Durchsage, ob sich ein Arzt an Bord befinde. Die Flugbegleiter kümmerten sich nach dem Schlaganfall um den Mann. Die Crew-Mitglieder würden jedes Jahr medizinisch geschult, um auf solche Notfälle vorbereitet zu sein, sagte der Condor-Sprecher. Die Crew sei auch von einigen Fluggästen unterstützt worden.

Am Flughafen von Neufundland holte ein Notarzt den Patienten ab und brachte ihn in ein Krankenhaus. Nachdem das Flugzeug aufgetankt wurde, setzte es die Reise fort und kam mit einer Verspätung von zwei Stunden und 45 Minuten in Punta Cana an.

Dem „Münchener Merkur“ sagte ein Condor-Sprecher, es freue ihn, dass der Vorfall öffentlich diskutiert werde. „Für die Crew ist es in einem solchen Fall eine enorme Belastung, wenn sie sich dafür rechtfertigen muss, dass sie einen Menschen in Not unterstützt.“ Er bedankte sich bei denjenigen Passagieren, die geholfen hätten. „Sie waren für die Crew eine ganz große Hilfe emotionaler Art.“

Von dpa/RND/wer

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