Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Panorama Verurteilter Mörder flieht per Helikopter aus Gefängnis
Nachrichten Panorama Verurteilter Mörder flieht per Helikopter aus Gefängnis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:31 02.07.2018
Der Hubschrauber, mit dem der Schwerverbrecher aus dem Gefängnis flüchtete. Quelle: EPA
Paris

Ein verurteilter Mörder ist in Frankreich per Hubschrauber aus dem Gefängnis geflohen. Ein bewaffnetes Kommando sei mit dem Helikopter im Gefängnishof gelandet, als sich der Häftling im Besucherzimmer der Haftanstalt in Réau südlich von Paris befunden habe, teilte das französische Justizministerium am Sonntag mit. Der Ausbruch sei blitzschnell gegangen. Verletzt oder als Geisel genommen worden sei niemand. Per Großaufgebot fahndete die Polizei im Anschluss rund um Paris nach dem Ausbrecher.

Ein Gewerkschaftsvertreter der Haftanstalt, Martial Delabroye, sagte dem Fernsehsender BFM, zwei in schwarz gekleidete Männer mit Sturmhauben und Armbinden der Polizei hätten das Gefängnis betreten, um nach dem Schwerverbrecher Rédoine Faïd zu schauen. Per Schleifgerät hätten sie die Tür geöffnet, die direkt ins Besucherzimmer führe.

Nicht die erste Flucht aus dem Gefängnis

Der Hubschrauber wurde später in der Kleinstadt Garges-lès-Gonesse nördlich von Paris entdeckt. Es wird nun vermutet, dass Faïd mit seinen Komplizen weiter per Auto geflüchtet sei.

Es ist nicht das erste Mal, dass dem 46-jährigen Franzosen die Flucht aus der Haft gelungen ist. Im Jahr 2013 hatte er sich den Weg aus dem Gefängnis mit Sprengsätzen freigesprengt, die in Taschentuchpackungen versteckt worden waren. Sechs Wochen später wurde er in einem Hotel festgenommen.

Rédoine Faïd gilt als einer der gefährlichsten Verbrecher Frankreichs. Quelle: AP

Faid gilt als einer der gefährlichsten Verbrecher Frankreichs

Faïd war 2010 nach dem Tod einer jungen Polizistin während eines missglückten Raubüberfalls zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er gilt als einer der gefährlichsten Verbrecher Frankreichs.

In den 1990er Jahren war Faïd der Boss einer Bande, die für eine Reihe von bewaffneten Raubüberfällen auf Banken und Geldtransporter verantwortlich gewesen ist. Nach drei Jahren auf der Flucht in der Schweiz und in Israel wurde er nach Angaben französischer Medien im Jahr 1998 gefasst. Nach zehn Jahren Gefängnis kam er 2009 frei. Damals schwor er, sich grundlegend zu ändern. Er schrieb ein Buch über sein Leben als Schwerverbrecher und tourte daraufhin durch die Medien.

Gleichzeitig war er der mutmaßliche Drahtzieher des missglückten Raubüberfalls 2010. Im Anschluss an den versuchten Überfall kam es zu einer Verfolgungsjagd und einem Schusswechsel mit der Polizei, bei dem die 26-jährige Polizistin getötet wurde. Faïd wurde 2011 aufs Neue festgenommen und später gemeinsam mit zwei Helfern wegen Mordes verurteilt.

Von RND/AP