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Panorama Vier Menschen sterben in Wildwasserbahn
Nachrichten Panorama Vier Menschen sterben in Wildwasserbahn
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14:49 25.10.2016
Im Freizeitpark Dreamworld in Australien sind vier Menschen gestorben Quelle: AAP
Sydney

Nach den bisherigen Informationen sind die zwei Frauen und zwei Männer in der Wildwasserbahn „Thunder River Rapids Ride“ des Freizeitparks Dreamworld verunglückt. Jede Hilfe sei zu spät gekommen, sagte ein Sprecher des Rettungsdienstes. Die Opfer sollen zwischen Anfang 30 und Anfang 40 gewesen sein.

In der Wildwasserbahn sitzen bis zu sechs Personen angeschnallt in Sitzen auf einem überdimensionierten Reifen. Diese „sausen durch turbulente Stromschnellen“ und können eine Geschwindigkeit von bis zu 45 Kilometern pro Stunde erreichen, schreibt der Freizeitpark auf seiner Internetseite. Das Unternehmen bewirbt die Wildwasserbahn als Familienattraktion.

Augenzeuge: „Alle haben geschrien“

Der Reifen der vier Frauen und Männer soll umgekippt sein, offenbar wegen eines Problems mit dem Förderband. Zwei Menschen sollen dabei herausgeschleudert und zwei eingeklemmt worden sein, berichteten Medien. „Alle haben geschrien“, sagte ein Augenzeuge der Zeitung „Gold Coast Bulletin“.

Die genaue Unfallursache ist noch unklar. Die Polizei befragte Augenzeugen und sicherte Filmaufnahmen vom Unglück. Der Unfall sei von einer Überwachungskamera aufgezeichnet worden, sagte Polizeiinspektor Tod Reid am Abend (Ortszeit).

Nach ersten Ermittlungen passierte der Unfall auf einem Transportband, das die Reifen in die Höhe zieht. Das Wasser habe einen Reifen gegen den anderen gedrückt und einer von beiden sei dabei umgekippt, berichtete der Sender ABC.

Die Polizei war am späten Abend immer noch im Einsatz, um Spuren zu sichern, wie Reid sagte. „Es ist eine komplexe Bergungsaktion, man braucht schwere Geräte, das dauert Stunden“, sagte er vor der Presse.

Freizeitpark schließt nach dem Unfall

Der Park vermarktet sich als größter Vergnügungspark der Region mit mehr als 40 Achterbahnen und anderen Attraktionen. Die Wildwasserbahn ist seit 1986 in Betrieb. Der Park empfiehlt sie gerade Familien. Sie ist für kleine Kinder ab zwei Jahren und gehört nicht zu den Attraktionen mit besonderem Nervenkitzel wie etwa der 120 Meter hohe Turm Giant Drop, bei dem Gäste etwas wie den freien Fall erleben.

„Wir sind schockiert und tief traurig über diesen tragischen Zwischenfall“, sagte der Chef des Vergnügungsparks Dreamworld, Craig Davidson. Der Park liegt in der Touristenregion Goldküste im Nordosten Australiens. „Wir sind in Gedanken bei den betroffenen Familien und ihren Angehörigen.“

Der Park, der im Jahr 1,8 Millionen Besucher hat, schloss nach dem Unfall. Viele Familien strömten verstört aus den Toren, wie lokale Fernsehsender zeigten. „Wir arbeiten mit der Polizei und den Rettungsdiensten daran, die Fakten zusammenzutragen“, sagte Davidson. „Wir erwarten eine gründliche Untersuchung der Unglücksursache“, sagte Regierungschef Malcolm Turnbull.

Deutschland: Strenge Sicherheitskontrollen

„In Deutschland unterliegen die Freizeitparks sehr strengen Sicherheitsvorschriften und werden vom TÜV kontrolliert“, erklärte eine Sprecherin des Verbands Deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen. Die Fahrgeschäfte würden täglich von Fachleuten überprüft, bevor die Freizeitparks öffneten. Bei „den geringsten Bedenken“ werde der Betrieb des Fahrgeschäfts unterbrochen. „Die Gäste können sich auf die Sicherheit im Freizeitpark verlassen“, sagte die Sprecherin.

Im April war ein Dreamworld-Besucher an einer anderen Attraktion fast ertrunken. Im Seaworld-Park nicht weit entfernt mussten im September mehrere Menschen aus einer Achterbahn befreit werden, die mitten auf der Strecke stehengeblieben war. Der schlimmste Unfall in einem Vergnügungspark in Australien passierte 1979: Ein Wagen fing in einer Geisterbahn Feuer - sechs Kinder sowie ein Erwachsener kamen um.

Im August war ein Junge in einem Wasserrutschen-Park ums Leben gekommen. Der Zehnjährige war tot im Wasserbecken einer Rutsche gefunden worden. Zunächst wurde vermutet, dass er wahrscheinlich an einer Nackenverletzung gestorben ist.

Von dpa/RND/wer

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