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Weltkriegsbombe in Hannover entschärft

Notfälle Weltkriegsbombe in Hannover entschärft

Spätes Aufatmen in Hannover: Die Entschärfung eines 250 Kilo schweren Bomben-Blindgängers ist geglückt. Nach rund einer Stunde Arbeit gab der Kampfmittelräumdienst am frühen Morgen Entwarnung.

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Evakuierung eines Seniorenheims in Hannover. Rund 31 000 Menschen hatten zwischenzeitlich ihre Wohnungen verlassen müssen.

Quelle: Peter Steffen

Hannover. "Wir sind alle erleichtert. Es ist gut über die Bühne gegangen", sagte Feuerwehrsprecher Martin Trang.

31 000 Menschen konnten noch in der Nacht in ihre Wohnungen zurückkehren - es war eine der größten Evakuierungsaktionen wegen einer Bombe nach dem Zweiten Weltkrieg. Rund vier Stunden waren die 850 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Hilfsorganisationen allein mit der Räumung der umliegenden Wohngebäude beschäftigt gewesen.

Auch ein Altenheim musste evakuiert werden. Die Menschen wurden in einer großen Mehrzweckhalle, Hotels oder einer Sporthalle untergebracht. Sie wurden vom Roten Kreuz mit Kaffee, Kaltgetränken und kleinen Snacks versorgt.

"Die Evakuierung verlief äußerst positiv. Die Menschen waren sehr kooperativ", sagte Trang. Um ganz sicher zu gehen, suchte ein Polizeihubschrauber das Gebiet anschließend noch mit einer Wärmebildkamera nach verbliebenen Bewohnern ab.

Die Bombe war am Vormittag bei Abrissarbeiten auf einem ehemaligen Schulgelände entdeckt worden. Mehr als 70 Jahre lang hatte sie unentdeckt unter dem zuletzt von Gymnasiasten und der Volkshochschule genutzten Gelände in der dicht besiedelten Südstadt gelegen.

Wegen des Zustands des Blindgängers hatte der Kampfmittelräumdienst eine zügige Entschärfung empfohlen. Zum Schutz hatten die Einsatzkräfte um den Fundort einen Wall aus Schifffahrtscontainern aufgebaut.

Von der bislang größten Evakuierungsaktion in Deutschland seit Kriegsende waren 2011 in Koblenz rund 45 000 Menschen betroffen. In Hannover hatten zuletzt im Januar 2013 in den Stadtteilen Vahrenheide und Sahlkamp 25 000 Menschen ihre Häuser verlassen müssen. Im Sommer vor zwei Jahren musste dann die komplette Innenstadt von Hannover samt Rotlichtviertel geräumt werden.

Im vergangenen September wurde im Vorort Seelze einer der gefürchteten Wohnblockknacker unschädlich gemacht. Dabei handelt es sich um eine 1,8 Tonnen schwere britische Bombe, die im Umkreis von einem Kilometer Dächer, Türen und Fenster wegsprengte, um den Weg für gewöhnliche Brand- und Sprengbomben freizumachen.

Hannover war im Zweiten Weltkrieg vielfach Ziel alliierter Bomber. Allein bei dem schwersten Bombenangriff auf die Landeshauptstadt in der Nacht zum 9. Oktober 1943 wurden 261 000 Bomben über Hannover abgeworfen, darunter 3000 Sprengbomben. 1245 Menschen kamen ums Leben, 250 000 wurden obdachlos. Das Stadtzentrum und die dicht besiedelte Südstadt wurden größtenteils zerstört.

dpa

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