Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Panorama Wird „Geburten-Dschihad“ Unwort des Jahres?
Nachrichten Panorama Wird „Geburten-Dschihad“ Unwort des Jahres?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:31 01.11.2017
Im Gegensatz zum Unwort stehen die Gewinner meistens nicht im Duden. Quelle: dpa
Anzeige
Darmstadt

Unter den Vorschlägen für das nächste Unwort des Jahres sind Begriffe wie „Geburten-Dschihad“ und „Krawall-Touristen“ im Rennen. Dies teilte die sprachkritische Jury in Darmstadt mit. Die erste Bezeichnung stammt aus der Diskussion über eine angebliche Islamisierung Deutschlands, die zweite steht im Zusammenhang mit der Gewalt beim G-20-Gipfel in Hamburg. Beide Begriffe waren bis etwa Mitte Oktober jeweils drei Mal eingegangen.

Mit diesen Plakaten wurde Kanzlerin Angela Merkel vor einer Flüchtlingsunterkunft in Heidenau in Sachsen begrüßt. Quelle: dpa

Das „Unwort des Jahres 2017“ soll am 16. Januar 2018 in Darmstadt bekanntgegeben werden. Für 2016 war der Begriff „Volksverräter“ gewählt worden. Bisher gingen 381 Einsendungen ein, weniger als üblich. Vorschläge können bis zum 31. Dezember 2017 an die Mail-Adresse vorschlaege@unwortdesjahres.net geschickt werden. Die Jury besteht im Kern aus vier Sprachwissenschaftlern und einem Journalisten. Sie richtet sich nicht nach der Häufigkeit der Vorschläge, sondern entscheidet unabhängig.

Besonders häufig eingereicht wurden bisher Schlagworte wie „alternative Fakten“ (51 Mal) und „Fake News“ (9 Mal). Gerade der erste Begriff sei aber in der US-Politik geprägt worden. Deshalb komme es in Deutschland eigentlich nicht in Frage, erläuterte die Jury. Zum Unwort 2015 war der häufig von Rechtspopulisten verwendete Begriff „Gutmensch“ gewählt worden. Für 2014 hatte das Gremium „Lügenpresse“ ausgesucht.

„Gutmensch“ wurde 2015 zum Unwort des Jahres. Quelle: Klaus Stuttmann

Die Jury kritisiert Schlagworte, die „gegen das Prinzip der Menschenwürde“ und „Prinzipien der Demokratie“ verstoßen, weil sie „einzelne gesellschaftliche Gruppen diskriminieren“ oder „euphemistisch, verschleiernd oder gar irreführend“ sind. Die Aktion gibt es seit 1991.

Von Joachim Baier/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Panorama Das Ende von „House of Cards“ - Kevin Spaceys Kartenhaus wackelt

Eine Entschuldigung, ein Bekenntnis: Will Kevin Spacey mit seinem Outing von Belästigungsvorwürfen ablenken? Hollywood hat nach Harvey Weinstein eine neue Affäre – und Netflix kündigt das Ende von „House of Cards“ an.

01.11.2017

Die grausige Tat hatte deutschlandweit Erschütterung ausgelost: Ein einsamer Witwer wird in Berlin erschossen, zerteilt und jahrelang in einer Kühltruhe versteckt. Nun startet der Prozess zum zweiten Mal.

01.11.2017

Schon viele Wochen vor Halloween hatte man spekuliert, was Model Heidi Klum wohl in diesem Jahr bei ihrer New-Yorker-Halloween-Party tragen würde. Gestern war es dann endlich so weit: Klum lüftete ihr grusliges Kostüm-Geheimnis.

01.11.2017
Anzeige