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Panorama Witwer bekommt Andenken an seine Frau zurück
Nachrichten Panorama Witwer bekommt Andenken an seine Frau zurück
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18:43 30.01.2017
Der Nationalpark-Ranger Max Effenberg übergibt dem Duisburger Rentner Karl-Heinz dessen Ehering zurück, den er verloren hatte. Quelle: dpa
Schleiden

Erleichterung, Freude, Dankbarkeit, Glück? Es ist wohl schwer nachzuempfinden, was der alte Herr empfindet: Der Mann aus Duisburg-Rheinhausen mit dem Vornamen Karl-Heinz hat den Ring seiner Frau Irma wieder. Der 83-Jährige hatte ihn verloren, vor gut einer Woche beim Wandern im Nationalpark Eifel. Er war mit Freunden und Familie unterwegs.

Abends rief ihn Tochter Meike an: „Wo hast du denn deinen Ring?“ Die Antwort „am kleinen Finger natürlich“ blieb ihm im Hals stecken. Da war er nämlich nicht. Er hatte den Ring verloren. „Im ersten Moment war ich geschockt. Ich war erledigt“, sagt Karl-Heinz, der nach dem ganzen Wirbel seinen Nachnamen nicht sagen möchte – seine Frau war ein sehr zurückhaltender Mensch.

Ranger findet den Ring im Schnee

Die Tochter hatte erfahren, dass der Nationalpark per Facebook nach dem Besitzer des Rings suchte – und rief den Vater an. Ein Ranger hatte den Ring am selben Tag an einem Wanderweg im Schnee gefunden. Die Suche des Nationalparks nach dem Besitzer schlug Wellen: Die Suchmeldung wurde über 10.000 Mal geteilt. Die Telefone bei der Nationalparkverwaltung standen nicht still.

Ranger Max Effenberg kniet an der Stelle in Schleiden (Nordrhein-Westfalen), an der er den Ehering gefunden hatte. Quelle: Nationalparkverwaltung Eifel

Was für ihn mit dem Ring verbunden ist, schildert der 83-Jährige so: Er hatte die Ringe einst gekauft. Abends ging er mit Irma essen, um sich zu verloben. Da passierte das Missgeschick: Als er den Ring für seine Zukünftige rausholte, fiel der auf den Boden und rollte quer durch die Gaststätte. „War das peinlich, zwischen den Stühlen zu kriechen und nach dem Ring zu suchen“, erzählt er. Heute kann er darüber lächeln. Irma hat ihn trotzdem geheiratet.

„Trag du meinen Ring“, sagte sie

Später passierte das nächste Malheur: Sein eigener Ehering war auf einmal verschwunden. Er suchte. Immer wieder, bis Irma sagte: „Lass es. Wir sind auch so verheiratet.“ Dann wurde Irma krank. Er pflegte sie zuletzt rund um die Uhr. Am Ende sagte sie: „Trag du meinen Ring“, erinnert sich Karl-Heinz. Tochter Meike brachte den Ring noch am selben Tag zum Juwelier, damit er den Namen Irma eingraviert. Am Abend starb die Frau.

Seitdem trägt Karl-Heinz den Ring am kleinen rechten Finger. „Ich zieh den nicht aus. Nie“, sagt er. An jenem Sonntag, als er wandern war, war es sehr kalt. Wahrscheinlich ist der Finger dünner geworden durch die Kälte und der Ring ist abgefallen, ohne dass er es bemerkte, vermutet er.

Seiner Geschichte hört auch Ranger Max zu, ein junger Mann von 29 Jahren. „Ich bin froh, dass der Ring den Weg zurückgefunden hat“, sagt er. Karl-Heinz hat ihn zu sich nach Duisburg eingeladen. Max Effenberg will hinfahren.

Der verlorenen und wiedergefundene Ehering. Quelle: Nationalparkverwaltung Eifel

Von RND/dpa/Elke Silberer

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